Wie viel Geld benötige ich im Alter?

1.700,00€ – so Hoch ist zur Zeit der Eigenanteil an einem Pflegeplatz im Heim (Pflegestufe 3). Im Jahr macht dies also ca. 20.400 Euro. Für viele Menschen ist dieser Betrag ein Horror, da sie befürchten, sich den Eigenanteil nicht leisten zu können und deshalb ihre Angehörigen dafür aufkommen müssen. Es geistern auch immer wieder Zahlen durch den Raum, dass man 1 Millionen oder mehr braucht, wenn man in Rente geht, damit man gut leben kann und auch im Falle einer Pflege versorgt ist. In diesem Artikel möchte ich kurz darauf eingehen, wie viel Ersparnisse man nur wirklich braucht. Dies ist natürlich nur eine Modellrechnung, die von einigen Annahmen ausgeht. Sie zeigt aber in eine gewisse Richtung.

Von Zinsen leben

Am besten wäre es natürlich, wenn man ein so großes Vermögen hat, dass man, zusammen mit der staatlichen Rente, von den Zinsen leben kann. Die meisten denken jetzt sofort, dass dies nur Millionären möglich ist. Mit ein bisschen Mathematik können wir aber ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Die grundlegende Formel, die wir hier brauchen, ist:

\( p_w = GW/100*p_s \)

Wobei \(p_w\) der Prozentwert, \(p_s\) der Prozentsatz und \(GW\) der Grundwert ist. Diese Formel können wir jetzt nach dem Grundwert, also dem benötigten Kapital umstellen und erhalten:

\( GW = p_w/p_s*100 \)

Der Prozentwert ist bei uns der Betrag, der nach Abzug der Rente noch im Jahr benötigt wird. Wir ersetzen also \( p_w\) in der Formel durch \( B-R \) (B – Bedarf, R – Rente). Wir erhalten also:

\( GW = (B-R)/p_s*100 \)

Spannend wird es jetzt, wenn wir ein paar Werte einsetzen. Nehmen wir einmal an, dass wir unser Vermögen mit 3% verzinst bekommen. Wir benötigen außerdem 30.000 Euro im Jahr und haben eine staatliche monatliche Rente von 1.200 Euro. Unser Kapitalbedarf wäre dann 520.000 Euro. Wir könnten also, solange wir leben 30.000 Euro im Jahr ausgeben und würden unseren Nachkommen immer noch 520.000 Euro hinterlassen. Wir hätten also keine Euro unseres Vermögens aufgebraucht. Nicht berücksichtigt habe ich hier natürlich eventuell anfallende Steuern. Dies ist pauschal aber auch nicht möglich, da sie von den Steuergesetzen zu Rentenbeginn und der Art der Rente abhängt.

Von Zinsen leben mit Kapitalaufbrauch

Im letzten Abschnitt sind wir davon ausgegangen, dass wir vorbildlich sind und unseren Nachfahren ein kleines Vermögen vererben. Wir können die Rechnung natürlich auch noch etwas eigennütziger gestalten und unser Angespartes aufbrauchen. In die Rechnung fließt jetzt aber noch das voraussichtliche Lebensalter mit ein, was natürlich unbekannt ist. In der Rechnung gehe ich deshalb mal von 30 Rentenjahren aus (mit 65 in Rente und Tod mit 95). Die restlichen Werte bleiben wie im vorherigen Beispiel (3% Verzinsung, 30.000€ pro Jahr Bedarf, 1.200€ staatliche Rente). Berechnen müssen wir hier den Rentenbarwert:

\(R_B = R \fraq{q^n-1}{q^n(q-1)}\)

Setzen wir jetzt für q = 1,03 (also 3% Verzinsung) ein, erhalten wir 305.766,89 Euro. Dies ist genau der Betrag, den wir brauchen, damit wir jährlich 30.000€ zu Verfügung haben (inklusive der staatlichen Rente). Nach 30 Jahren ist unser Vermögen aber aufgebraucht.

Fazit

Auch wenn die Beträge erst einmal hoch erscheinen, lohnt es sich doch früh mit dem Sparen anzufangen. Man muss auch sagen, dass ich beim Kapitalbedarf von 30.000€ schon eine gewisse Inflation mit eingerechnet habe und hier von einen Single-Haushalt ausgehe. Ihr könnt mit den Formeln aber ein bisschen herumspielen und so ein Gefühl für den Einfluss der einzelnen Werte bekommen. Und man braucht bei weitem nicht die großen Beträge um im Alter gut leben zu können!

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