Was ist los in Thüringen? – Geschichte wiederholt sich

Wahlurne

Ich muss gestehen, dass ich nach den Wahlergebnissen in Thüringen geschockt war. Einviertel der Wähler stimmten für eine Partei, deren Spitzenkandidat sich klar rechts positioniert hat. Sätze wie

Ein paar Korrekturen und Reförmchen werden nicht ausreichen, aber die deutsche Unbedingtheit wird der Garant dafür sein, dass wir die Sache gründlich und grundsätzlich anpacken werden. Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutsche keine halben Sachen, dann werden die Schutthalden der Moderne beseitigt.

machen deutlich, wie er mit seinen Gegnern nach der “Machtergreifung” umgehen will. Trotz dieser und noch weiterer solcher Aussagen wurde er gewählt. Interessant finde ich auch das Muster, mit dem sich AfD-Wähler ihre eigene Wahl erklären. Ich habe schon oft die Aussage gehört, dass man ja keine Alternative hätte. Die anderen Parteien (Grüne, Linke, SPD und CDU) sind zu links und deshalb unwählbar. Die Wahl der AfD ist deshalb alternativlos. Dies ist natürlich nicht ganz korrekt, da es abseits der großen Parteien natürlich auch noch einige Alternativen gibt: FDP, Freie Wähler, ÖDP – um nur einige zu nennen. Aber was solls.

Man muss also keine Partei wählen, deren Spitzenkandidat 1000-jährige Fantasien hat. Wenn man dann in Richtung Berlin schaut und zur Kenntnis nimmt, was der AfD-Chef Gauland zu Höcke zu sagen hat, dann dürfte eigentlich die “Alternative” auch außerhalb von Thüringen keine wirklich Alternative mehr sein.

Also, Herr Höcke rückt die Partei nicht nach rechts. Herr Höcke ist die Mitte der Partei.

AfD-Chef Alexander Gauland

Aber trotzdem wird diese Partei gewählt. Oder vielleicht genau deshalb? Genau dieser Gedanke macht mir Sorgen. Wir haben in Deutschland wieder eine Partei, von der manche Führungspersönlichkeiten offen Hass sähen. Manche schreiben sogar Bücher und kündigen an, was sie nach der “Machtergreifung” tun werden. Und trotzdem finden sich viele Menschen, die sie wählen würden.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an meine Schulzeit. Als es im Geschichtsunterricht um die Machtergreifung der Nazis ging, war die einhellige Meinung, dass so etwas in unserer aufgeklärten und modernen Gesellschaft nicht passieren könnte. Diese Meinung hat durch das Buch “Die Welle” einen ersten Knacks bekommen. Heute erinnern mich viele Dinge an die Lektionen aus dem Geschichtsunterricht – eine Politik die nicht fähig ist, die Probleme der Menschen zu lösen und die sich nur um sich selbst dreht und das Auftreten eines Retters, der dem “Volk” sagt wer gut und böse ist. Nur einen Unterschied gibt es zu damals: Das Internet ist die beste Möglichkeit Unwahrheiten, Halbwahrheiten und Propaganda zu verbreiten, die die Menschheit bisher gesehen hat. Der POTUS beweist dies jeden Tag auf sehr eindrucksvolle Weise…

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