So viel kostet ein PKW – die wahren Kosten der Mobilität

Ein Auto zu besitzen kostet viel Geld, das ist, denke ich, jedem bewusst. Aber wie viel ist es genau? Dies ist auf jeden Fall eine interessante Frage, die doch deutliche Auswirkungen auf eure monatlichen Ausgaben hat. Benzin, Kreditraten und Werkstattkosten sind nur drei Kostenkategorien. Doch bevor ich loslege, könnt ihr ja mal eine Schätzung eurer Ausgaben angeben. Also wie viel kostet euch euer Fahrzeug jeden Monat insgesamt? Am Ende des Artikels könnt ihr eure Schätzung ja mal mit dem wahren Wert vergleichen.

Die Kosten eines PKW teilen sich in Fixkosten und verbrauchsabhängige Kosten auf. Im Folgenden möchte ich näher auf die einzelnen Kosten eingehen.

Fixkosten

Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten sind der wohl größte Posten, der allerdings bei den monatlichen Ausgaben meist nicht berücksichtigt wird. Vor allem, wenn das Fahrzeug ohne Kredit finanziert wird, verschwinden diese Kosten. Bei einer Bezahlung mittels einem Kredit werden diese Kosten teilweise in den monatlichen Raten sichtbar. Die große Unbekannte bei der Aufteilung der Anschaffungskosten auf die einzelnen Monate ist die Haltedauer des Fahrzeugs. Es macht natürlich einen großen Unterschied, ob ich das Fahrzeug 3, 5 oder 10 Jahre halte und ob und wie viel ich anschließend noch für das Fahrzeug bei einem Verkauf erhalte.

Aus diesem Grund hat sich die Betrachtung des Wertverlustes durchgesetzt. Der Wertverlust ist die Differenz zwischen dem Anschaffungspreis (inklusive aller Kosten) und dem Zeitwert. Der Wertverlust ist sehr stark vom Fahrzeugmodell abhängig und kann nicht pauschal angegeben werden. Verschiedene Portale im Internet bieten eine Übersicht über den durchschnittlichen Wertverlust an. Den aktuellen Wert des eigenen Fahrzeugs kann auf den Seiten der Deutsche Automobil Treuhand GmbH berechnet werden.

Zu beachten ist auch, dass der Wertverlust nicht linear verläuft. So ist das Fahrzeug nach einem Jahr nur ca. 80 % des Anschaffungspreises Wert. Nach zwei Jahren würde man noch ca. 60 % bekommen. Nach 5 Jahren ist man bei ca. 25 %.

Leichter lässt sich der Wertverlust in der Retrospektive ausrechnen. Ich habe jahrelang einen Opel Astra gefahren, den ich als Jahreswagen gekauft habe. Ziemlich genau 10 Jahre war er in meinem Besitz und hat mich dadurch über die Zeit verteilt 102 € pro Monat gekostet. Die Rechnung sähe dann natürlich noch etwas anders aus, wenn ich das Fahrzeug neu gekauft hätte. Dann wären Kosten in Höhe von ca. 182 € pro Monat angefallen.

Man kann den Wertverlust aber auch recht einfach abschätzen. Dazu berücksichtigt man die durchschnittliche persönliche Haltedauer eines Fahrzeugs und ermittelt, z.B. mit oben verlinkter Seite, den ungefähren Wert nach dieser Haltedauer. Die Differenz von Anschaffungspreis (inklusive aller Kosten, wie Zinsen für den Kredit) und dem Restwert geteilt durch die Haltedauer in Monaten gibt den ungefähren monatlichen Wertverlust an. Diese Methode verwende ich auch in dem Excel-Tool, welches ihr kostenlos am Ende des Artikels downloaden könnt.

Steuer

Die KFZ-Steuer ist ein jährlicher Betrag, der hauptsächlich vom CO2-Ausstoß des Fahrzeugs abhängt. Der Staat nimmt pro Jahr ca. 9 Milliarden Euro mit der KFZ-Steuer ein. Mit dem folgenden Rechner vom Bundesfinanzministerium könnt ihr eure jährliche Steuerbelastung berechnen.

Versicherung

Jedes Auto in Deutschland muss haftpflichtversichert sein. Auch hier hängen die Kosten wieder vom Fahrzeugmodell, aber auch der Region in der man wohnt, ab. Zusätzlich gibt es noch Rabatte für schadensfreie Jahre. Als Erweiterung zu der Haftpflichtversicherung kann man noch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abschließen. Während die Haftpflichtversicherung nur für Schäden an anderen Fahrzeugen aufkommt, übernehmen die Teil- und Vollkaskoversicherungen auch Schäden am eigenen Fahrzeug. Eine Teilkasko zahlt bei Diebstahl, Glasbruch, Wildschaden und Brand. Maßgeblich ist hier der Zeitwert des Autos. Die Vollkasko zahlt zudem für Schäden, die der Fahrzeughalter selbst verschuldet hat, sowie für Vandalismus.

Ob man eine Teil- oder Vollkasko abschließen sollte, hängt meiner Meinung nach vom Wert des Fahrzeugs ab. Bei Neuwägen ergibt eine Vollkasko durchaus Sinn. Stichtag für die Kündigung der Versicherung ist einheitlich der 30.11. eines jeden Jahres. Die Versicherung kann außerdem bei einer Erhöhung des Beitrags gekündigt werden. Mit folgendem Rechner von check24* könnt ihr die Kosten für eine KFZ-Versicherung bei verschiedenen Anbietern vergleichen.

Verbrauchsabhängige Kosten

Kraftstoffkosten

Die Kosten für Benzin bzw. Diesel sind wohl die Kosten, die man am direktesten bemerkt. Jedes Mal beim Tanken werden sie einem gut vor Augen geführt. Mithilfe der Jahresfahrleistung oder der Durchschnittswerte der Ausgaben der letzten Monate kann gut eine Schätzung für die monatlichen Kosten ermittelt werden. Wer jeden Monat seine Ausgaben erfasst, kann recht einfach diesen Durchschnittswert bestimmen (mehr zur Organisation der eigenen Finanzen findest du in meiner Artikelreihe “Organisiere deine Finanzen“). Diese hängen natürlich auch stark von den aktuellen Kraftstoffpreisen ab. Wer zurzeit zur Tankstelle fährt, muss deutlich weniger zahlen als noch vor 3 Monaten.

Werkstattkosten

Die Werkstattkosten steigen mit zunehmenden Alter des Fahrzeugs an und überschreiten sogar irgendwann den Restwert des Fahrzeugs. Die Werkstattkosten hängen natürlich sehr davon ab, ob man einiges selbst am Fahrzeug machen kann und ob man eine freie oder eine Vertragswerkstatt aufsucht. Daneben hängen sie auch vom Fahrzeugmodell und der Fahrzeugklasse ab. Und natürlich auch von eurem Glück, da es selbst bei Fahrzeugen desselben Modells noch große Unterschiede gibt. In der folgenden Auflistung findet ihr ein paar Richtwerte für monatliche Werkstattkosten aufgegliedert nach Fahrzeugkategorie.

  • Kleinstwagen: 35-55 €
  • Kleinwagen: 45-65 €
  • Untere Mittelklasse: 50-75 €
  • Mittelklasse: 65-85 €
  • Obere Mittelklasse: 75-110 €
  • Oberklasse: 90-200 €

Diese Werte können auch als Richtwert dienen, wie viel ihr jeden Monat für Reparaturen des Fahrzeugs zurücklegen solltet. Mit diesem finanziellen Polster seid ihr gut auf eventuelle größere Reparaturen vorbereitet. Ihr könnt diesen Betrag zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto monatlich per Dauerauftrag ansparen. Benötigt ihr das Geld nicht, habt ihr schon eine Anzahlung für das nächste Fahrzeug.

Sonstige Kosten

Sonstige Kosten sind Kosten für Parktickets, Kleinzubehör und die Jahreshauptuntersuchung. Der Einfachheit halber können diese Kosten mit 15 € pro Monat angesetzt werden. Wer aber weiß, dass er jeden Monat z.B. höhere Kosten fürs Parken hat, kann diesen Betrag auch erhöhen. In diese Kategorie würden auch die Kosten für einen Stellplatz fallen.

Zusammenfassung und Excel-Tool

Wer von euch hätte gedacht, dass Mobilität so viel kostet? Lagt ihr mit eurer Schätzung vom Anfang richtig? Die monatlichen Kosten können schnell vierstellig werden, was die meisten Leute unterschätzen. Deshalb gilt es genau nachzurechnen, welche Alternativen eventuell günstiger wären. Dies betrifft zum einen günstigere Fahrzeugmodelle und zum anderen aber auch der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel in Kombination mit der Nutzung von Mietwägen.

Um die monatlichen Kosten eures KFZ nach einer vereinfachten Methode zu berechnen, könnt ihr dieses kleine kostenlose Excel-Tool von mir verwenden. Nach Eingabe der Fahrzeugdaten erhaltet ihr die ungefähren monatlichen Kosten und könnt diese für Vergleichsrechnungen verwenden.

Die Fahrzeugkosten sind normalerweise ein recht großer Posten bei den monatlichen Ausgaben. Wenn ihr noch keine rechte Übersicht über eure Ausgaben und eure Finanzen im Allgemeinen habt, dann möchte ich euch hier nochmal meine Artikelreihe “Organisiere deine Finanzen” empfehlen. Dort erhältst du viele Hinweise und Tipps wie du deinen Finanzen in den Griff bekommst.

 


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4 Kommentare

  1. Ich glaube Du hast einen Formelfehler im Excel.
    Zelle B14 – soll das “+12” nicht “*12” sein ?
    Dann kommt auch ein realistischer Wert raus.

    Gruß, Christian

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