Schule fürs Klima schwänzen?!?

Mittlerweile ist die Bewegung “Fridays for Future” nach Deutschland geschwappt, bei der Schüler am Freitag die Schule schwänzen und dafür an einer Demo gegen den Klimawandel teilnehmen. Diesen Freitag (25.01.) war zum Beispiel eine Demo am Rande des Treffens der Kohlekommission angesetzt. Auf ihrer Website präsentiert sich die Initiative überparteilich. Ihre Wortwahl und sprachliche Besonderheiten in den Texten (z.B. die Verwendung von *), lassen eine Nähe zu linken Parteien vermuten. Dies aber nur zur Einordnung.

Jetzt kann man intensiv darüber diskutieren, ob es legitim ist, dass Schüler den Unterricht schwänzen. Es ist auf jeden Fall eine Ordnungswidrigkeit, genauso wie der Aufruf dazu. Etwas befremdlich finde ich die Argumentation, warum es in diesem Fall ok ist nicht zur Schule zu gehen. “Endlich interessieren sich die jungen Leute für Politik” oder “es geht um was wichtiges wie das Klima”, sind so Argumente. Aber ist das so einfach? Rechtfertigt ein angenommenes höheres Ziel das Fernbleiben von der Schule?

Das manche Aktivisten noch etwas Deutschunterricht in Hinblick auf Argumentation bräuchten, zeigt ein Blick auf ihre Website. Da heißt es:

Der Klimawandel ist längst eine reale Bedrohung für unsere Zukunft. Wir werden die Leidtragenden des Klimawandels sein. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die einen katastrophalen Klimawandel noch verhindern kann. Doch unsere Politiker*innen unternehmen nichts, um die Klimakrise abzuwenden.

https://fridaysforfuture.de/

Klimawandel -> katastrophaler Klimawandel -> Klimakatastrophe. Je länger der Text wird, desto dramatischer wird es. Irgendwie machen die Sätze aber auch keinen Sinn, zumindest keinen der die Teilnahme an irgendwas rechtfertigt. Klimawandel hat und wird es immer geben, egal mit oder ohne menschlichen Einfluss. Woher wissen sie, dass sie die letzte Generation sind, die ihn noch aufhalten kann? Vielleicht sind sie auch die Erste die es nicht mehr können?

Auch ist es doch etwas weit hergeholt, dass die Politiker nichts unternehmen. Belege dafür? Kohleausstieg, Fahrverbote, Grenzwerte usw. Als nichts würde ich das jetzt nicht bezeichnen. Aber gut.

Schauen wir uns doch mal die Fakten an. In der folgenden Tabelle sind die CO2-Emissionen pro Jahr von 2015 zu sehen sowie die Veränderung seit 1970. Was auffällt ist, dass Deutschland das einzige Land unter den Top 10 ist, dass seine Emissionen reduziert hat. Forscht man noch etwas weiter, stellt man fest, dass unter den 40 größten CO2-Eminenten nur sechs Länder ihre Emissionen seit 1970 reduziert haben (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien, Ukraine, Niederland und Belgien). Sieht man diese Zahlen, könnte man argumentieren, dass Deutschland wohl nicht das größte Problem ist.

CO2-Emissionen nach Länder

Ich fürchte, dass sich die Schüler zu einfach vor den Karren einiger politischer Kräfte haben spannen lassen. Das Problem beim CO2-Ausstoß ist nicht Deutschland und seine Kohlekraftwerke, sondern China und die USA. Solange dort nichts passiert und die Wachstumsraten in den anderen Länder nicht abnehmen, bringen Alleingänge von Deutschland gar nichts. Natürlich bis auf den Verlust von Arbeitsplätzen und Wohlstand.

Fun fact am Rande: Ich unterstelle einfach mal, da die Bewegung eine gewisse Affinität zu linken Ideen hat, dass sie auch Vertreter des Evolutionstheorie sind. Denke ich diese aber konsequent weiter, wäre die Selektion durch die Veränderung des Klimas nichts bedrohliches, sondern etwas natürliches, was für die Evolution und die Weiterentwicklung der Lebewesen dringend nötig ist. Sie stellen sich also gegen die Prozesse, die sie aus Affen hat entstehen lassen ;-).

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