p2p-Kredite – Welche Fragen solltest du vor einem Invest stellen?

Fragen

Was sind eigentlich die wichtigen Fragen, die du vor einen p2p-Invest stellen solltest? In meinem großen FAQ-Artikel zu p2p-Krediten habe ich die Grundlagen von p2p-Krediten erklärt. In diesem Artikel soll es weniger um die technischen Details von p2p-Krediten gehen, sondern um die Fragen, die du dir vor einem Invest stellen solltest. Sie betreffen deine finanzielle Situation und dein Mindset, denn eine Investition in p2p-Kredite ist nichts für jeden.

Wie ist meine Anlagestrategie?

Das Investment in p2p-Kredite sollte sich sinnvoll in deine gesamte Anlagenstrategie einfügen. Durch eine gute Strategie werden die Risiken sinnvoll auf mehrere Anlageklassen verteilt und gemäß deinen Zielen gestaltet. Noch bevor eine solche Strategie entwickelt werden kann, sollte eine IST-Analyse gemacht werden, in der die derzeitige finanzielle Situation dargestellt wird. Ausgehend von dieser Analyse können die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele formuliert und aus diesen dann die Anlagestrategie erstellt werden. In der Anlagestrategie sollte festgehalten werden, wie die Aufteilung des Vermögens in die verschiedenen Risikoklassen vorgenommen werden soll.

Eine solche Anlagestrategie hilft, dass finanzielle Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus, sondern mit System getroffen werden. Dies ist besonders bei hochriskanten Anlageformen, wie p2p-Krediten, sinnvoll, aber auch wenn der freundliche Berater von nebenan vor der Tür steht und einem einen neuen Vertrag verkaufen möchte.

Mehr Informationen zum Prozess der Analyse und dem Erstellen eines Konzeptes findet ihr in der Artikelserie “Organisiere deine Finanzen”.

Wie hoch ist mein Limit?

Aus deiner Anlagestrategie ergibt sich direkt ein Limit für hochriskante Anlageformen, zu denen aus p2p-Kredite gehören. Mein Limit liegt bei maximal 10% meines Vermögens, wobei ich meist deutlich unter diesem Wert liege. Manch einer mag zwar einwenden, dass man so auf viel Rendite verzichtet, aber man muss mit seinem Invest immer auch noch schlafen können. Legt also euer Limit so fest, dass ihr noch beruhigt seid und notfalls auch auf dieses Geld verzichten könntet.

Dies ist für mich auch fast schon der wichtigste Punkt an p2p-Krediten: Ich setze nur Geld ein, auf welches ich im Ernstfall auch verzichten könnte. Ich würde auch niemals einen Kredit für eine p2p-Investition aufnehmen.

Stichwort Moral – was kann ich noch vertreten?

Moral ist ein Aspekt bei der Investition in p2p-Kredite, der in der Regel nur wenig bis gar nicht beleuchtet wird. Als Investor sieht man nur die Plattformen und vielleicht noch die Nummern der Kredite. Aber hinter jedem Kredit, zumindest hinter den Verbraucherkrediten, steckt ein menschliches Schicksal. Ich finde also, dass man die moralische Komponente nicht ganz ausblenden kann. Manche entscheiden sich deshalb, dass sie nicht in Verbraucherkrediten investieren, sondern nur in Kredite an Unternehmen. Letztlich muss man es mit sich selbst ausmachen, was man noch vertreten kann.

Eine ausführliche Betrachtung zu diesem Thema findet ihr in meinem Gastartikel auf p2p-game.com mit dem Titel “P2P Kredite und die Moral bleibt auf der Stecke – mir doch egal!?“.

Welche Plattform passt zu mir?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Plattformen, die alle so ihre Besonderheiten haben. Für Anfänger halte ich die Plattformen Mintos* und Bondora* am geeignetsten. Sie bieten eine gute Benutzeroberfläche und machen auch bei der Besteuerung keine Probleme. Bei Bondora kann ich besonders Go&Grow empfehlen. Bei Mintos kann mit einem gut eingestellten Autoinvest und dem Zweitmarkt erste Erfahrungen gesammelt werden. Besonders mit Mintos habe ich in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht. Eine etwas kleinere, aber dennoch interessante Plattform ist peerberry*. Deutsche Plattformen kann ich hingegen nicht empfehlen. Dort habe ich in den letzten Jahren nur schlechte Erfahrungen gemacht.

Für den Anfang empfehle ich die Konzentration auf zwei, maximal drei, Plattformen. Dies ist genug um erste Erfahrungen zu sammeln und sich mit der Materie vertraut zu machen.

Fazit

Eine Investition in p2p-Kredite ist nichts für jedermann. Das Risiko ist hoch und es ist nicht leicht den Überblick über die verschiedenen Plattformen zu behalten. Trotzdem lohnt es sich, sich mit der Materie auseinander zu setzen und erste Schritte zu wagen. p2p-Kredite sind nach wie vor eine gute Beimischung zu den klassischen Anlageformen.

 


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