Organisiere deine Finanzen – Umsetzung

In dem vorerst letzten Teil der Reihe “Organisiere deine Finanzen” soll es um Tipps für die praktische Umsetzung gehen. Den Schwerpunkt bildet dabei das Kontenmodell, mit dessen Hilfe ihr feste Budgets für einzelne Ausgaben und Investitionen festlegen könnt und so der Erreichung eurer finanziellen Ziele etwas näher kommt.

Budgetplanung

Wenn ihr eure finanziellen Ziele definiert habt und auch klar ist, wie viel ihr jeden Monat sparen wollt, dann ist es an der Zeit Budgets für einzelne Bereiche aufzustellen. Als Grundlage dient die Aufstellung der Ausgaben. Mit dieser Hilfe könnt ihr ermitteln, wie viel Ausgaben ihr in welcher Kategorie habt und eure Sparrate festlegen. Außerdem könnt ihr Budgets für einzelne Kategorien festlegen, an denen ihr euch im nächsten Jahr orientieren könnt. Da könnte zum Beispiel ein Budget für neue technische Geräte (Spielereien) enthalten sein. Ihr dürft dann nur innerhalb dieses Budgets solche Spielereien kaufen. Solche Budgets können euch helfen eine gewisse Disziplin zu halten.

Man darf dies natürlich auch nicht zu sklavisch sehen, aber in meiner Jahresplanung haben sich solche Budgets bewährt. Auch als Anreiz in manchen Bereichen das Budget vielleicht nicht voll auszureizen.

Das Kontenmodell

Das Kontenmodell ist ein Ansatz euch bei der Erreichung der Sparziele und der Organisation der Finanzen zu helfen. Bei den meisten Menschen ist es wohl so, dass es genau ein Girokonto gibt, auf das alle Einnahmen eingehen und von dem auch alle Ausgaben bestritten werden. Das Kontenmodell zielt jetzt darauf ab, eine gewisse Trennung zu etablieren. Dazu werden mehrere Girokonten, bzw. Tagesgeldkonten eingerichtet und automatisch sofort nach Gehaltseingang entsprechend Geld umgeschichtet. Ich möchte hier zwei mögliche Modelle vorstellen.

3-Konten-Modell

Wie der Name schon sagt, benötigt man für dieses Modell drei Konten:

  • Basiskonto (Girokonto): Hier gehen alle Einnahmen ein und es werden alle Ausgaben bestritten.
  • Sparkonto (Tagesgeldkonto): Hier geht jeden Monat ein fester Betrag ein, der gemäß der festgelegten Investitionsstrategie weiter angelegt wird, z.B. in Aktien oder ETFs.
  • Spaßkonto (Girokonto): Dieses Konto ist für alle Spaßausgaben gedacht. Ihr könnt z.B. 10% eures Einkommens auf dieses Konto überweisen und euch so Geld für das nächste iPhone ansparen. Aber auch Shoppen oder Restaurantbesuche werden (nur) mit Geld auf diesem Konto bezahlt.

Theoretisch könnt ihr natürlich das Basis- und Spaßkonto nicht physisch trennen, sondern auch in Form von Budgets in einer Excelliste verwalten. Dies ist aber nicht so effektiv.

8-Konten-Modell

Einen Schritt weiter geht das 8-Konten-Modell. Ihr müsst hier natürlich nicht, könnt aber, sieben verschiedene physische Konten anlegen. Falls ihr dieses Modell anwenden wollt, dann macht es aber schon Sinn, es mit möglichst vielen echten Konten abzubilden.

  • Einnahmenkonto: Auf dieses Konto gehen eure ganzen Einnahmen ein und werden per Dauerauftrag auf die anderen Konten verteilt.
  • Konto für vorgemerkte Ausgaben: Vorgemerkte Ausgaben sind alle Ausgaben, die jeden Monat wieder kommen, auch wenn sie nicht ganz statisch sind. So werden über dieses Konto zum Beispiel die Wocheneinkäufe bezahlt.
  • Spaßkonto (Girokonto): Dieses Konto ist für alle Spaßausgaben gedacht. Ihr könnt z.B. 10% eures Einkommens auf dieses Konto überweisen und euch so Geld für das nächste iPhone ansparen. Aber auch Shoppen oder Restaurantbesuche werden (nur) mit Geld auf diesem Konto bezahlt.
  • Spendenkonto: Das Geld auf diesem Konto wird entweder monatlich oder punktuell für Spenden verwendet.
  • Weiterbildungskonto: Mit diesem Geld finanziert ihr regelmäßige Weiterbildungen, die euch im Beruf oder Privat weiterbringen.
  • Reservekonto: Dieses Konto stellt die Rücklage für kurzfristige Ausgaben dar. Hier sollten immer mindestens 2-3 Netto-Monatsgehälter liegen.
  • Investitionskonto: Auf diesem Konto spart ihr Geld für Investitionen an. Dies können zum Beispiel Aktien, Immobilien oder ETFs sein.
  • Risikokonto: Geld auf diesem Konto kann für risikoreiche Anlagen, wie zum Beispiel p2p-Kredite, verwendet werden.

Wie ihr jetzt genau die Aufteilung gestaltet, bleibt natürlich euch überlassen. In der folgenden Tabelle habe ich mal eine beispielhafte Aufteilung angegeben. Ihr müsst die Prozentzahlen natürlich auf euren Fall anpassen.

Fazit

Kontenmodelle können euch bei der Umsetzung eurer finanziellen Strategie unterstützen. Sie ersetzen aber natürlich nicht eine gewisse Disziplin. Wichtig bei finanziellen Dingen ist vor allem, dass man sich ein bisschen mit der Materie auseinander setzt und versucht seinen Finanzen zu ordnen und eine Übersicht darüber zu gewinnen. Am Anfang mag das erst einmal etwas mehr Aufwand sein, aber es macht sich bezahlt.

Ich hoffe ich konnte euch mit dieser Artikelreihe ein paar Neue Informationen über Finanzen vermitteln und euch motivieren euch mit euren Finanzen zu beschäftigen. Hier findet ihr eine Übersichtsseite mit allen Artikeln.


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2 Kommentare

  1. Guter Beitrag, der gerade Anfängern bei Thema Finanzen helfen kann. Ich selbst nutze auch ein Mehrkontenmodell und bin davon sehr überzeugt.
    Ich persönlich versuche aber, einen deutlich höheren Betrag auf das Investitionskonto einzuzahlen um die Erträge zu steigern. Aber das kann ja jeder selbst festlegen 🙂
    Viele Grüße

    Oliver von http://www.myinvestmenttipp.com

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich denke die Aufteilung sollte immer von der konkreten Lebenssituation und dem vorhandenen Vermögen abhänigig sein. Da muss jeder selbst einen guten Weg finden.

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