Organisiere deine Finanzen – Ausgaben im Blick behalten

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Bisher ging es in der Artikelreihe “Organisiere deine Finanzen” hauptsächlich um die Anlage eures Vermögens. In diesem Artikel soll es nun um die Ausgaben gehen. Schon Henry Ford hat treffend erkannt:

Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.

Henry Ford (1863-1947)

Ein möglichst guter Überblick über eure Ausgaben ist ein erster Schritt um Einsparpotentiale zu finden. Um sich einen Überblick zu verschaffen, gibt es viele Möglichkeiten. Die klassische Variante ist sicherlich das Haushaltsbuch. in dieses Buch werden alle Ausgaben eingetragen und am Ende des Monats kann man eine Auswertung erstellen. Mittlerweile gibt es auch einige gute Apps, die einem die Arbeit erleichtern. Ich persönlich führe ein Haushaltsbuch in meinem Banking-Programm und verwende für die Auswertung LibreOffice. Nachteil von dieser Variante ist aber, dass Bar- und Kreditkartenzahlungen so nicht erfasst werden. Im Haushaltsbuch tauchen nur die Bargeldabhebungen, bzw. Kreditkartenabrechnungen vom Konto auf. Da ich die meisten Sachen aber eh mit Karte bezahle, ist dies nicht weiter schlimm.

Fixe Ausgaben

Fixe Ausgaben sind alle regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben, die nicht oder nur schwer weggelassen werden können. Dazu zählt zum Beispiel die Miete, Strom, Telefon und Kreditrückzahlungen. Ausgaben in dieser Kategorie sind meist auf längere Zeit durch einen Vertrag festgeschrieben, deshalb lohnt es sich etwas mehr Zeit für das Finden eines günstigeren Vertrags zu investieren.

Ich persönlich führe dazu eine Liste mit allen meine Verträgen, in der auch die Kündigungsfristen und der letztmöglich Kündigungstermin vermerkt sind. So kann ich vor der automatischen Verlängerung des Vertrags kündigen und einen günstigeren Anbieter suchen. Einsparungen bei den fixen Ausgaben werden meist durch Bequemlichkeit verhindert. Für mich hat sich der Einsatz von Online-Vergleichsportalen bewährt. Man muss dort zwar auch aufpassen, da in den Vergleichsportalen nicht immer alle verfügbaren Anbieter gelistet sind, aber sie helfen ganz gut abzuschätzen ob man Einsparungspotentiale hat. Empfehlen kann ich euch hier check24.de. Sie haben eine große Auswahl an Kategorien und der Service ist sehr gut.

Variable Ausgaben

Zu den variablen Ausgaben zählen alle Ausgaben, die relativ spontan auftreten oder deren Höhe nicht abschätzbar ist. Dazu gehören zum Beispiel Benzinkosten, Lebensmitteleinkäufe, Kosten für den Urlaub und Geschenke. Hier liegen meistens auch die größten Einsparungspotentiale. Nehmen wir zum Beispiel an, dass du jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit dir einen Kaffee beim Bäcker holst und ein Kaffee kostet 1,50€. Nicht viel, oder? In einem Jahr hast du so aber 330,00€ nur für den morgendlichen Kaffee ausgegeben (bei 220 Arbeitstagen). Bei den variablen Ausgaben werden sich viele solche kleinen, aber regelmäßigen Posten finden. Diese können sich dann schnell auf mehrere tausend Euro pro Jahr aufsummieren.

Auf einigen Finanzblogs kommt an dieser Stelle normalerweise der Hinweis, dass man diese Ausgaben möglichst einsparen sollte. Also sich den Kaffee daheim kochen usw. Ich finde aber, dass es in Ordnung ist sich etwas zu gönnen. Man sollte sich nur darüber bewusst sein, was es im einzelnen kostet. Deshalb ist es sinnvoll, mal einen Monat jede Ausgabe zu notieren und dann eine Auswertung zu machen. Dabei kann man sich dann auch die Frage stellen: Ist mir der morgendliche Kaffee wirklich 330€ im Jahr wert?

Ich persönlich erfasse die kleinen Barausgaben nicht jeden Monat, da mir der Aufwand schlicht zu groß ist. Ich sehe aber gut mein Konsumverhalten an der Bargeldmenge welche ich im Monat benötige. Wenn ihr natürlich auch größere Ausgaben bar bezahlt, dann wird natürlich eure Auswertung darunter leiden, wenn ihr diese nicht erfasst.

Banking-Anwendung Hibiscus

Wie schon erwähnt mache ich eine Auswertung meiner Ausgaben mit dem Programm Hibiscus. Hibiscus ist eine freie Homebanking Anwendung nach dem HBCI-Standard. Ihr könnt damit elektronisch eure Kontoauszüge abrufen, Überweisungen tätigen und Auswertungen erstellen. Dazu müsst ihr lediglich die Buchungen zu einer Kategorien zuordnen. Ist diese Zuordnung erfolgt, könnt ihr euch für beliebige Zeiträume eine Auswertung anzeigen lassen.

Es gibt aber natürlich noch eine ganze Reihe von weiteren Programmen. In den Tests landen WISO Mein Geld 2019* und der Lexware FinanzManager 2019* regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Viel wichtiger aber als das konkrete Programm welches ihr verwendet ist, dass ihr euch regelmäßig um die korrekte Erfassung kümmert.

Versicherungen

Versicherungen sind eine wichtige Angelegenheit. Hier solltet ihr nicht an der falschen Stelle sparen. Allerdings solltet ihr immer im Hinterkopf behalten, dass eine Versicherung nichts anderes als eine Wette mit der Versicherungsgesellschaft ist. Wie meine ich das? Sagen wir ihr schließt eine Risikolebensversicherung über 200.000€ mit einer Laufzeit von 20 Jahren ab. Monatlich kostet euch das ca. 10 Euro (Nichtraucher, Startalter 34). Ihr wettet jetzt mit der Versicherung, dass ihr innerhalb der nächsten 20 Jahre sterbt. Ihr (bzw. eure Nachkommen) gewinnt also, wenn ihr innerhalb der 20 Jahre sterbt. Euer Wetteinsatz sind 2.400 Euro (Summe der Beiträge über 20 Jahre), der der Versicherung 200.000€. Für die Versicherung lohnt sich das Ganze, da sie anhand der Sterbetafeln weiß, dass weniger als 1 von 1000 unter 54-jährigen Nichtrauchern stirbt. Im Durchschnitt macht sie also Gewinn.

 ja    nein
Versicherungssumme: 150000 € / Laufzeit: 20 Jahre
ERGODirekt
RLV Basis (R6)
(0 Bewertungen)
  • Beitragsfreistellung möglich: ja
  • Maximale Versicherungssumme ohne Gesundheitsprüfung: 300.000 €
  • Nachversicherunggarantie: ja
  • Vorgezogene Todesfallleistung: nein
  • Paarvertrag möglich: nein
8,04 €
Monatlich
CosmosDirekt
Basis-Tarif
(0 Bewertungen)
  • Beitragsfreistellung möglich: ja
  • Maximale Versicherungssumme ohne Gesundheitsprüfung: 250.000 €
  • Nachversicherunggarantie: ja
  • Vorgezogene Todesfallleistung: ja
  • Paarvertrag möglich: nein
8,88 €
Monatlich
Community Life
Community Life Protect
(0 Bewertungen)
  • Beitragsfreistellung möglich: ja
  • Maximale Versicherungssumme ohne Gesundheitsprüfung: 400.000 €
  • Nachversicherunggarantie: ja
  • Vorgezogene Todesfallleistung: nein
  • Paarvertrag möglich: nein
9,14 €
Monatlich
ERGODirekt
RLV Plus (R6)
(0 Bewertungen)
  • Beitragsfreistellung möglich: ja
  • Maximale Versicherungssumme ohne Gesundheitsprüfung: 300.000 €
  • Nachversicherunggarantie: ja
  • Vorgezogene Todesfallleistung: nein
  • Paarvertrag möglich: nein
9,80 €
Monatlich
Allianz Lebensversicherung
RLV Basis
(0 Bewertungen)
  • Beitragsfreistellung möglich: ja
  • Maximale Versicherungssumme ohne Gesundheitsprüfung: 350.000 €
  • Nachversicherunggarantie: ja
  • Vorgezogene Todesfallleistung: nein
  • Paarvertrag möglich: nein
10,63 €
Monatlich
* Bitte beachten Sie, dass der Vergleichsrechner die verfügbaren Tarife vereinfacht anzeigt und keine Beratungsleistung darstellt. Sollten Sie spezielle Anforderungen haben, müssen diese auf den Seiten der Versicherer überprüft werden. Der genaue Text der Vertragsunterlagen ist für den Versicherungsschutz ausschlaggebend. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2016 financeAds.net
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Alle anderen Versicherungen beruhen auf dem selben Prinzip. Ihr wettet, dass der Schadensfall eintritt und die Versicherung hält dagegen. Was folgt jetzt daraus? Ich habe für mich festgelegt, dass ich nur Risiken versichere, die ich nicht selbst tragen kann. Dies wäre zum Beispiel Berufsunfähigkeit. Aber auch eine Risikolebensversicherung zur Absicherung des Partners oder des Hauskredits kann sinnvoll sein.

Bei Vorsorgeversicherungen sollte man sehr genau prüfen ob sie sich lohnen. Je nach Familienkonstellation kann sich auch eine Riesterrente rechnen. Diese haben in der Regel zwar höhere Kosten, aber es gibt eben auch Zulagen vom Staat. Empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang fairr.de. Sie gehen sehr offen mit den Kosten der Verträge um und durch ihr Online-Portal habt ihr immer eine gute Übersicht über eure Verträge und den aktuellen Stand. Die Plattform ist auch so ausgerichtet, dass ihr fast alle Sachen online machen könnt. Aber auch hier solltet ihr natürlich prüfen, ob sich ein Vertrag für euch lohnt.

Schulden

In Zeiten niedriger Zinsen und 0%-Finanzierungen ist die Versuchung groß sich Sachen auf Kredit zu kaufen. Und sich vielleicht auch Sachen zu kaufen, die man sich eigentlich nicht leisten kann. Prinzipiell kann man zwischen zwei Schuldenarten unterscheiden: Konsumschulen und Investitionsschulden. Zu den Investitionsschulden gehören zum Beispiel Kredite zur Hausfinanzierung. Diese Schulden sind dadurch gekennzeichnet, dass die erworbene Sache (relativ) wertstabil ist, bzw. im Wert zunimmt und mit vertretbarem Aufwand zur Ablösung des Kredites verwendet werden kann.

Konsumschulen hingegen dienen, wie der Name schon sagt, zur Finanzierung von Konsum. Dazu gehören zum Beispiel die Bezahlung des Handys auf Raten oder die Finanzierung des Urlaubs. Nachdem der Kredit abbezahlt ist, hat das finanzierte Konsumgut meistens keinen oder nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Wertes. Konsumschulden sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da sie nur Geld kosten und der Weg in die finanzielle Unabhängigkeit sind.

Was ist aber mit 0%-Finanzierungen von Sachen, die man sich eh kaufen würde, wie zum Beispiel einer neuen Waschmaschine? Hier bin ich etwas hin und her gerissen. Mit jedem Kredit begibt man sich in eine Abhängigkeit, auch bei 0%-Finanzierungen. Man sollte deshalb genau prüfen, ob man einen solchen Kredit in Anspruch nehmen möchte. Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass man keine teure Restschuldversicherung oder einen anderen gekoppelten Vertrag abschließt. Zur Zeit gibt es sogar Angebote, bei denen man einen Rabatt bekommt, wenn man die 0%-Finanzierung in Anspruch nimmt. Diese dienen natürlich nur dazu um an eure Adresse zu kommen und euch im Anschluss vielleicht doch zu einem 6%-Kredit zu verführen.

Man sollte sich somit sehr genau überlegen, ob man diesen Weg beschreiten möchte, da in nicht seltenen Fällen dies der Weg in die Schuldenfalle ist.

Fazit

Meiner Meinung nach ist es notwendig sich regelmäßig einen Überblick über die eigenen  Ausgaben zu verschaffen und diese regelmäßig zu erfassen. Oftmals können durch kleine Änderungen der Gewohnheiten oder der Wechsel eines Anbieters große Beträge eingespart werden.


Wichtiger Hinweis nach § 34b WpHG – Haftungsausschluss
Bitte beachtet, dass diese Informationen keine Anlageberatung darstellen und meine persönliche Meinung widerspiegeln. Alle Beiträge dienen lediglich der Information. Ich übernehme keine Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Basis dieser Informationen getroffen werden. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen und andere Produkte befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Ich weiße ausdrücklich darauf hin, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für deine Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen.

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