Organisiere deine Finanzen – Aufteilung des Vermögens

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Im ersten Teil der Reihe “Organisiere deine Finanzen” ging es um die verschiedenen Anlagemöglichkeiten welche für Privatanleger in Frage kommen. Heute soll es um eine konkrete Anlagestrategie gehen. Der Fokus wird aber nicht auf speziellen Anbietern, sondern auf der prinzipiellen Aufteilung des Vermögens liegen. Mit Anbietern und speziellen Produkten beschäftigen sich weitere Teile dieser Artikelreihe. Der Artikel ist für euch auch interessant wenn ihr noch kein Vermögen besitzt, sondern erst anfangen wollt eure Finanzen zu ordnen.

Die ersten drei Kapitel dieses Artikels bilden die Grundlage für eine solide Entscheidung wie das Vermögen angelegt werden sollte. Zum Schluss möchte ich beispielhaft mögliche Aufteilungen aufzeigen. Letztendlich geht es aber darum euch zu befähigen selbst eine Entscheidung bezüglich der Aufteilung eures Vermögens zu treffen.

IST-Zustand prüfen

Vor der Überlegung welche Produkte und Anlageklasse in Frage kommen steht die Aufnahme des IST-Zustands. Ihr solltet euch ausreichend Zeit dafür nehmen und euch einen möglichst guten Überblick über eure Finanzen verschaffen. Dieser Überblick ist unerlässlich um zusammen mit den Zielen und der Risikobereitschaft eine Anlagestrategie zu entwickeln. Hier sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie viel Vermögen ist vorhanden?
  • Wie ist das Vermögen zur Zeit aufgeteilt?
  • Bestehen Verbindlichkeiten?
  • Sind in der nächsten Zeit größere Ausgaben geplant?
  • Wie viel Einnahmen stehen mir jeden Monat zur Verfügung?
  • Wie groß ist der monatliche Überschuss?
  • Stehen berufliche Veränderungen an, bzw. sind Änderungen auf der Einnahmenseite zu erwarten?

Als Ergebnis dieses Schrittes solltet ihr eine Excel-Tabelle oder eine handschriftliche Übersicht über eure Finanzen haben. Anhand derer könnt ihr die Aufteilung eures Vermögens in Risikoklassen einordnen. Die Zuordnung eines konkreten Produkts, wie zum Beispiel eines Aktienfonds, hängt von den enthaltenden Werten ab und kann nicht pauschal vorgenommen werden. Der Einfachheit halber empfehle ich hier die Aufteilung in drei Risikoklassen, wie ich es in der Übersichtstabelle über die Anlageformen im letzten Artikel getan habe.

Ziele definieren

Nachdem ihr euch einen Überblick über eure Finanzen verschafft habt, ist es Zeit sich Gedanken über die Ziele die ihr erreichen wollt zu machen. Wollt ihr einfach in 5 Jahren eure Schulden abbezahlt haben? Oder in 25 Jahren Millionär sein? Oder steht mittelfristig ein Hauskauf an?

Je nachdem was eure finanziellen Ziele sind, sind andere Anlageformen und Anstrengungen nötig diese Ziele zu erreichen. Manche setzten sich konkrete Beträge, die sie am Ende eines Jahres erreichen wollen. Andere Arbeiten darauf hin zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr auf Erwerbseinkommen angewiesen zu sein. Das spannende an der Festlegung von Zielen ist, dass sie nicht unerreichbar, aber auch nicht zu leicht erreichbar sein sollten. Ein zu leicht erreichbares Ziel wird euch langweilen und nicht anspornen. Ein unmögliches Ziel deprimieren. Diese Ziele solltet ihr möglichst detailliert und schriftlich festhalten. Dies heißt natürlich nicht, dass ihr eure Ziele in der Zukunft nicht anpassen dürft. Schriftliche Ziele helfen aber oftmals bei der Motivation den Weg dahin auch durchzuhalten.

Risikobereitschaft

Im nächsten Schritt solltet ihr euch darüber klar werden, wie groß eure Risikobereitschaft ist. Seid ihr bereit für 1-2 Jahre auch hohe Buchverluste zu ertragen? Seid ihr bereit für eine hohe Rendite auch einen Teil eures Vermögens zu riskieren? Wie müsste eine Aufteilung eures Vermögens in die drei Risikoklassen sein, damit ihr noch ruhig schlafen könnt?

Eine beliebt Regel, die ihr im Internet immer wieder finden werdet, besagt, dass die Aktienquote 100-Lebensalter sein sollte. Wenn ihr also 40 Jahre alt seit, sollte nach dieser Regel die Aktienquote 60% sein. Daneben gibt es noch weitere Regeln, die alle einen Anhaltspunkt bieten, aber immer auf eure konkrete Situation, Ziele und Risikobereitschaft hin überprüft und angepasst werden muss.

Ein rein auf Sicherheit bedachter Anleger wird kein Geld in Risikoklasse 3 (“+++”) investieren, sondern den Hauptteil seines Geld in Risikoklasse 1 (“+”). Andere dagegen bevorzugen eine mehr renditeorientierte Aufteilung. Hier geht es nicht darum zu schauen, was andere sagen, sondern womit ihr noch gut schlafen könnt und was zu euren Voraussetzungen und Zielen passt. Letztlich müsst ihr euch mit der Aufteilung wohl fühlen und diese auch in schwierigen Zeiten durchziehen.

In der Anlageberatung wird zwischen fünf verschiedenen Anlegern unterschieden: “sicherheitsorientierter”, “konservativer”, “gewinnorientierter”, “ertragsorientierter” oder “risikobewusster” Anleger. Diese korespontieren mit den Risikoklassen RK in der Übersichtstabelle des ersten Artikels.

Umsetzung

Anhand der drei Schritte habt ihr jetzt einen guten Übersicht über eure Finanzen, eure Ziele und eure Risikobereitschaft. Jetzt geht es darum Zielmarken für die Aufteilung eures Vermögens in die gewünschten Anlageklassen zu finden. Dazu teilt man zunächst das Vermögen auf die Risikoklassen auf und dann auf die Anlageformen. Je nach Risikobereitschaft werden sich die Prozentwerte verschieden darstellen.

Im Folgenden möchte ich euch mal drei konkrete Beispiele geben. Diese sind fiktiv und sollen nur der Illustration dienen:

  1. Herr A. ist auf Sicherheit bedacht und möchte nur im begrenzten Umfang Risiken eingehen
    Aufteilung: 80% in + (Tagesgeld) und 20% in ++ (ETF)
  2. Herr M. ist auf Sicherheit bedacht, möchte aber die Chancen vom risikoreicheren Anlagen nicht verpassen
    Aufteilung: 70% in + (Tagesgeld), 20% in ++ (ETF) und 10% in +++ (p2p-Kredite)
  3. Herr F. ist sehr risikoaffin und möchte möglichst hohe Renditen erwirtschaften
    Aufteilung: 30% in + (Tagesgeld), 40% in ++ (ETF) und 30% in +++ (p2p-Kredite, Optionsscheine)

Zum Abschluss möchte ich euch noch eine Übersicht geben, wie mein Plan für die Aufteilung meines Vermögens ist:

  • +: 55% (davon 40% Tagesgeld und 15% Bausparen)
  • ++: 30% (davon 15% ETF, 10% Einzelaktien und 5% Gold)
  • +++: 15% (p2p-Kredite)

Im nächsten Teil geht es um die Wahl des richtigen Tagesgeldkontos.


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