Notlandung von Merkel und Hass auf Twitter

Kein Hate-Speech
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Ihr habt sicher mitbekommen, dass das Flugzeug von Angela Merkel auf dem Weg zum G20-Gipfel in Köln notlanden musste. Grund ist der komplette Ausfall des Kommunikationssystems. Die Landung war dann auch recht problematisch, da nur eine recht kurze Landebahn für die Notlandung zur Verfügung stand. Insgesamt war dies wohl eine recht gefährliche Situation, welche zum Glück gut ausgegangen ist.

In den (a)sozialen Medien hat sich dann natürlich viel Spott und Häme über die Flugbereitschaft ( bzw. die Bundeswehr) und Merkel ergossen. Dies war zu erwarten. Was mich aber wirklich gestört hat ist, dass viele User ihre Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht haben, dass das Flugzeug nicht abgestürzt ist. Wie tief muss man moralisch eigentlich sinken, dass man dem politischen Gegner den Tod wünscht? Ich kann die Politik von Merkel komplett ablehnen, aber deshalb wünsche ich der Person Merkel doch nicht den Tod! Was geht in den Köpfen von solchen Menschen vor? Das Verbreiten von Hass und das Aufheizen der Massen, wie auf der Demo in Chemnitz, durch Pegida, AfD und co. trägt Früchte.

Gleichzeitig gibt es eine Attacke auf das Wohnhaus von Olaf Scholz in Hamburg:

Eine Gruppe von rund 14 Unbekannten habe in der Nacht zum Freitag zunächst einen Autoreifen vor dem Mehrfamilienhaus im Hamburger Stadtteil Altona angezündet und danach mit Farbe gefüllte Marmeladengläser gegen die Hauswand geworfen

Diese Sachen sind es, dir mir Sorgen machen. Nicht der Migrationspakt, Flüchtlinge oder sonstige Themen, sondern der wachsende Hass in der Bevölkerung. Verwechselt dies bitte nicht mit der Ablehnung einer politischen Richtung oder Idee. Mir geht es um Hass auf Personen. Vielen scheint der moralische Kompass abhanden gekommen zu sein.

4 Kommentare

  1. Die Wurzel ist Bitterkeit, die aus Nichtvergeben kommt. Am Ende kommt Mord dabei heraus, ob mit der Zunge oder in der Tat…

    1. Ja, da hast du recht. Ich bin nur erschüttert, wie viel Hass und Bitterkeit so in der Bevölkerung ist. Ich denke ein Anfang wäre, wenn viele die Vergebung erkennen würden, die Jesus ihnen anbietet. Wer diese Vergebung erfahren hat, der ist auch eher bereit zu vergeben.

  2. Nicht nur Hass kann ein Motiv für das Schreiben solcher Todeswunschbotschaften sein. Die Schreiber können auch ganz profan nur ihrer Ingroup gefallen wollen. Sie wissen ja, welche Grundhaltung dort vertreten wird und plappern nun gefällig das nach, was ihnen die Vorreiter eingebläut haben, bzw. ereifern sich als besonders radikal hervorzutreten um von ihren Gruppenmitgliedern Anerkennung zu ernten. Sogar das Unverständnis und Protest von der anderen Seite werden in diesem Fall als Sieg gewertet.

    1. Dies ist ein interessanter Erklärungsansatz! Die Frage wäre jetzt nur, wie man solche Menschen dazu bringt ihr Verhalten zu reflektieren und aus diesem Muster auszubrechen?

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