Konsumfasten – Der täglichen Ausgaben bewusst werden

Diät

Fasten hat eine erstaunliche Wirkung auf den Körper. Am Anfang ist es natürlich noch sehr schwer komplett auf Nahrung zu verzichten, aber nach einigen Tagen hat sich der Körper an die neue Situation gewöhnt und der Verzicht fällt viel leichter. Und selbst wenn man in der Fastenzeit “nur” auf bestimmte Lebensmittel verzichtet, wie zum Beispiel die Chips am Filmabend, hat dies oft schon eine enorme Wirkung auf den Körper. Man muss natürlich nicht auf die normale Fastenzeit mit so einer Aktion warten.

Ich habe mir jetzt die Frage gestellt, warum man das Fasten nicht auch auf finanzielle Dinge übertragen sollte? Da man natürlich nicht auf alle Ausgaben innerhalb eines Monats verzichten kann (die Miete will schließlich bezahlt werden), geht es bei der Idee mehr um Konsumfasten. Die Idee dahinter ist, auf alle Ausgaben zu verzichten, die nicht unbedingt nötig sind. Dazu gehören zum Beispiel der tägliche Kaffee-To-Go auf dem Weg zur Arbeit oder der Restaurantbesuch am Wochenende. Hört sich spannend an? Warum dann nicht mal ausprobieren?

Warum das Ganze?

Fasten hilft den Blick auf das Wesentliche zu richten. Deshalb spielt die Fastenzeit im Christentum auch so eine große Rolle. In Vorbereitung auf das Ostergeschehen möchte man sich auf die wesentlichen Dinge und den eigenen Glauben konzentrieren. Ich denke diese Erfahrung tut uns auch in Hinblick auf unsere Finanzen und unser Konsumverhalten gut. Zu schnell nimmt unnötiger Konsum einen zu großen Raum in unserem Leben ein, ohne das dieser unser Leben wirklich besser oder glücklicher macht. Konsum, besonders in seiner schnelllebigen und extensiven Form, bietet nur kurzfristige Befriedigung und erhöht nicht wirklich die Lebensqualität. Besonders nicht nachhaltig.

Ich denke sogar, dass uns weniger Konsum mehr Lebensqualität bringt. Wir können dann die einzelnen Sachen mehr genießen, als wenn wir von einem Konsumkick zum nächsten laufen. Auch wird einem dann mal sehr deutlich vor Augen geführt, für was wir so nebenbei alles Geld ausgeben. Eine Möglichkeit sich einen Überblick über das eigene Kaufverhalten zu verschaffen wäre natürlich ein Haushaltsbuch zu führen, indem alle Ausgaben (auch die sehr kleinen) festgehalten werden. Am Ende des Monats kann man dann auswerten, in welchen Kategorien man besonders viel Geld ausgegeben hat.

Das Konsumfasten geht noch einen Schritt weiter. Es werden erst einmal alle nicht nötigen Ausgaben weggelassen, um dann zu sehen, welche wirklich nötig sind und welche nicht. Wenn man auf etwas einen Monat verzichtet hat, dann kann man recht gut entscheiden, ob dies für die Lebensqualität nötig ist oder nicht. Das Konsumfasten hat noch weitere schöne Vorteile:

  • Mehr Freiheit durch weniger Konsum
  • Mehr finanzielle Spielräume zum investieren oder den nächsten Urlaub
  • Bewusster die Dinge wertschätzen
  • Mehr Freizeit, bzw Zeit sich weiterzubilden oder ein gutes Buch zu lesen

Auf was verzichten?

Wie schon am Anfang geschrieben, kann man viele Ausgaben nicht einfach weglassen, da sie fixe Ausgaben sind und mit langen Verträgen festgeschrieben sind. Verzichten kann ich kurzfristig also nur auf die variablen Ausgaben (zur Unterscheidung von fixen und variablen Ausgaben empfehle ich meinen Artikel “Organisiere deine Finanzen – Ausgaben im Blick behalten”). Sachen auf die du verzichten solltest sind:

  • Kleidung
  • Elektronikartikel
  • Kosmetik-Artikel
  • Veranstaltungen
  • Kinobesuche
  • Restaurantbesuche
  • Barbesuche
  • Schuhe
  • Kaffee-To-Go

Wichtig ist, dass du die Dinge, die nicht erlaubt sind, vor Beginn des Kosumfastens notierst, bzw. eventuell auch die Dinge, die weiterhin erlaubt sind.

Alle Artikel des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel oder Hygieneartikel bleiben natürlich weiterhin erlaubt. Hier empfehle ich aber, sie nur einmal pro Woche bei einem Wocheneinkauf zu kaufen. Mach einen Essensplan für die Woche und gehe dann, z.B. am Samstag, für die ganze Woche einkaufen.

Motivation – Auf ein Ziel hinarbeiten

Am Anfang der Fastenzeit oder auch des Kosumfastens ist es ein willentlicher (und rationaler) Entschluss dies durchzuziehen. Aber im Laufe des Fastens werden dann Situationen auftauchen, die euch herausfordern. Spätestens wenn die Kollegen ihre Döner auspacken und ihr mit euren mitgebrachten Broten daneben sitzt, werden vielleicht Zweifel aufkommen. Mir hilft es dann, ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Neben dem abstrakten Ziel die vorgenommene Zeit zu schaffen, könnte es auch ein Ziel sein, auf das man hinarbeitet. Zum Beispiel ein Urlaub, bei dem die Urlaubskasse durch den eingesparten Betrag aufgestockt wird. Solch ein Ziel motiviert.

Drei einfache Schritte zur Durchführung

Wenn ihr jetzt sagt, dass ihr das Konsumfasten einmal probieren möchtet, dann möchte ich euch drei einfache Schritte an die Hand geben, mit denen ihr es angehen könnt.

  1. Lege einen Zeitraum fest, indem du Konsumfasten möchtest. Zum Beispiel einen bestimmten Monat oder sonst einen Zeitraum.
  2. Halte schriftlich fest, was du noch kaufen darfst, bzw. was du nicht mehr kaufen darfst.
  3. Informiere deine Freunde regelmäßig über den Verlauf des Konsumfastens, dies hilft dir besser durchzuhalten.

Ansonsten ist es nur wichtig, den Entschluss zu fassen und zu starten.

Eine Warnung zum Schluss

Eine Warnung muss ich zum Schluss noch loswerden: Das Konsumfasten wird deine Konsumgewohnheiten nachhaltig verändern. Manch ein Blogger hat sogar schon davon berichtet, dass diese Art des Konsumverzichts zu seiner Lebenseinstellung geworden ist. Man sollte aber nicht den Fehler begehen, die Zwänge des Konsums durch einen anderen Zwang zu ersetzen. Ziel des Konsumfastens ist es euch frei zu machen, nicht langfristig unter ein anderes Joch zu bringen.

Ich bin aber davon überzeugt, dass bewusster Verzicht eine gute Wirkung auf uns hat und empfehle es jedem, es selbst auszuprobieren.

Fazit

Konsumfasten ist sicherlich ein ungewöhnliches und spannendes Experiment, welches aber das Potential hat eure Konsumgewohnheiten nachhaltig zu beeinflussen. Für mich bedeutet weniger Konsum mehr Freiheit. Warum also nicht morgen schon damit beginnen?

Schreib doch in den Kommentaren ob du schon mal Konsumfasten gemacht hast oder ob du es mal ausprobieren möchtest.

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