Interview mit dem Blogger von diefreiemeinung.de

In einer Demokratie ist Meinungsvielfalt unerlässlich. Nur wenn es einen ständigen Wettstreit um die besten Lösungen für Probleme gibt, dann lebt die Demokratie auch. Verschiedene politische Blogs leisten da einen großen Beitrag. Ich lese Blogs aus verschiedenen politischen Richtungen. Einer dieser Blogs ist diefreiemeinung.de. Auch wenn ich nicht in allen Fragen mit dem Autor übereinstimme, finde ich es wichtig, sich auch mit anderen Meinungen und den Argumenten dafür auseinander zu setzen. Ich habe deshalb den Autor von diefreiemeinung.de mal interviewt und fand das Interview auch sehr erkenntnisreich.

Hallo Herr Wirth, vielen Dank für die Bereitschaft zu einem Interview. Möchten Sie zunächst einige Worte zu sich selbst sagen?

Als Blogger bin ich kein Journalist und übe beruflich ganz andere Tätigkeiten aus. Meine politische Einstellung war immer mehr links als rechts, auch wenn manche Artikel etwas anderes vermuten lassen. War von Anfang der 70er Jahre bis 2002 überzeugter SPD Wähler, welches Schröder mit der Agenda 2010 jäh beendete. Seitdem fühle ich mich keiner Partei mehr zugewandt, sodass ich völlig parteilos deckend meine politische Meinung bilde. Bereits seit der EURO Einführung sehe ich den EURO und die EU kritisch. Transatlantische Gehorsamkeit ist in meinen Augen nicht gut für Deutschland und wünschte mir gute Handelsbeziehungen mit Russland. Ein europäisches Funktionieren ohne Russland sehe ich als Utopie an und eine EU hat nur in Verbindung mit Russland eine Zukunft. Die politisch gewünschte unkontrollierte Migration sehe ich als Gefahr für den sozialen Frieden, denn Masseneinwanderung und Sozialstaat sind unvereinbar. Einem Staat der ständig zu hohe Sozial- Rentenkosten prognostizierte und plötzlich ohne Probleme Millionen neue Sozialhilfeempfänger aufnehmen kann, finanziert aus überschüssigen Steuergeldern, dessen Politiker sind leider nur noch als unglaubwürdig einzustufen. Doch weil dieser enorme Kostenfaktor noch über Jahrzehnte Bestand haben wird, ist die totale Auslöschung des Sozialstaates bereits heute schon beschlossene Sache. Nicht den Migranten trifft die Schuld, sondern allen Politikern die mit Geldzahlungen als Sozialhilfe, kostenlosen Wohnen, Kindergeld, Familiennachzug, kostenloser Gesundheitsfürsorge und kostenloser Bereitstellung aller Gebrauchsgüter die Einwanderer anlocken. Der Sozialstaat wird von verantwortungslosen Politikern dem Raubzug preisgegeben. Diese Einstellung ist weder rechts noch links, sondern stellt lediglich Tatsachen fest.

Wann haben Sie mit Ihrem Blog angefangen und vor allem warum? Gab es da ein Schlüsselerlebnis?

Die Idee den Blog www.diefreiemeinung.de online zu stellen entstand 2010. Auslöser waren firmenbezogene Ungerechtigkeiten, die ich teilweise versuchte darzustellen. Im weiteren Verlauf beschränkte ich mich jedoch darauf politische Themen aufzugreifen und diese aus meiner Sicht zu kommentieren.

Gibt es irgend ein Ziel, das Sie mit Ihrem Blog erreichen möchten?

Mit so einem kleinen privaten Blog sind keine Ziele zu erreichen. Hier besteht lediglich die Möglichkeit, zumindest solange noch Meinungsfreiheit existiert, politische Geschehnisse nach der persönlichen Meinung zu kommentieren. Im Prinzip ist es nichts anderes, als bei Mainstream-Medien innerhalb der Kommentarfunktion die eigene Meinung zu hinterlassen. Nur bei einem eigenen Blog geschieht das unter der vollen Verantwortung seiner Artikel und ist nicht der Redaktionszensur unterlegen. Das Blog gibt auch nur meine Meinung wieder, die nicht zwingend richtig sein muss. Blogs gibt es viele und ebenso vielfältig sind dort die Meinungen vertreten. Das ist auch gut so, denn nur so kann Demokratie leben. Alles unkommentiert hinzunehmen was die politischen Eliten vorgeben, wären verlässliche Zeichen auf dem Weg in eine Diktatur.

Gibt es irgendein politisches Spektrum, welchem Sie sich selbst zuordnen würden (rechts, links, Mitte, konservativ, nationalistisch,…)?

Ich halte nicht viel von politischen Richtungen, so fühle ich mich auch an keiner Richtung gebunden. Früher galt links als Kommunismus und rechts als Kapitalismus, heute sind die Begriffe eher als verschwommen wahrzunehmen. Der Kommunismus ist praktisch tot, als einziges total kommunistisches Land fällt mir nur noch Nordkorea ein, und der Kapitalismus ist heute eher als Globalisierung zu verstehen. Hier scheiden sich die Geister von rechts und links. Jeder ist in einer anderen Art für die Globalisierung, das Kapital will staatsübergreifend die Gewinne kassieren und das gemeine Volk nicht der Teilhabe unterziehen. So entstehen Kriege und Ausbeutung ganzer Regionen. Die daraus entstehenden Flüchtlingsströme sollen jedoch andere Volksgruppen aufnehmen, sodass es den Konzern-Eliten immer besser geht und den Völkern immer schlechter. Die sich heute links nennenden schwebt es in der globalisierten Welt vor, alle Flüchtlingsströme aufzunehmen und von dem Kapital finanzieren zu lassen. Doch das wird genau so wenig funktionieren, wie früher der Kommunismus. Das Kapital versteht es immer sich seiner Verantwortung zu entziehen und somit sorgen Flüchtlingsströme und Migration für die allgemeine Verarmung aller Aufnahmestaaten. Es ist die Aushöhlung des Sozialstaats, die zwangsläufig erfolgen muss. Rechts denkende flüchten sich in den Nationalismus, indem sie alles Fremde ablehnen. Doch das ist zu einfach, denn eine kontrollierte Migration kann durchaus Vorteile beherbergen. Hier begeht die Politik allerdings den Fehler indirekt Nationalismus zu fördern, eben weil die unkontrollierte Einwanderung Priorität besitzt. Wer Millionen neue Sozialhilfeempfänger aufnimmt, wovon vielleicht mal gerade 20 Prozent die Aussicht besitzen ohne staatliche Sozialhilfeleistungen jemals ihr Leben bestreiten zu können, der fördert bewusst die Absenkung der Lebensqualität der eigenen Bevölkerung, denn bezahlen muss es das Volk und wenn auch nicht sofort, doch mit Sicherheit in ein paar Jahren. Also bezeichne ich mich weder links noch rechts, nationalistisch oder konservativ, sondern bewerte nur Tatsachen aus politischen Fehlern und Lügen.

Wenn man ihren Blog so liest, dann ist da eine ziemliche Verachtung gegenüber allen Parteien und Politikern zu spüren. Teilweise auch Beschimpfungen und Unterstellungen. Woher kommt diese Antipartie?

Wer die Politik über Jahre verfolgt, der muss zwangsläufig zu negativen Meinungen gelangen. Beschimpfungen und Unterstellungen weise ich jedoch zurück, denn es sind Meinungen, die selbstverständlich jeder auch in einer anderen Art haben kann. Gehen wir etwas zurück, in die Zeit der Wiedervereinigung. Der damalige Kanzler Kohl wollte selbst als der „Einigungskanzler“ gesehen werden, obwohl es nur Glück war das er zu dieser Zeit Kanzler war. Seine Vorgänger, insbesondere Willy Brandt, legten mit den Ostverträgen den Grundstein. Weiter waren die 2plus4 Gespräche relevant und vor allem war es Gorbatschow der überhaupt die Wiedervereinigung ermöglichte. Dann kam die Kohl Lüge, dass die Wiedervereinigung keinem auch nur 1 DM kosten würde. Wenig später erhöhte die Regierung Kohl die Mehrwertsteuer und führte den Solidaritätszuschlag ein. Das war dann ein Beispiel, wie mit Lügen trotzdem Wahlen zu gewinnen sind. Als dann Kohl endgültig keiner mehr sehen konnte, kam Schröder und die SPD stellte mal wieder den Kanzler. Schröder schaffte es dann der SPD den Ruf einer „Arbeiterverräterpartei“ zu verpassen. Mit der Agenda 2010 sorgte Schröder für den größten Sozialabbau in der deutschen Geschichte und das im Namen einer sozialdemokratisch nennenden Partei. Das heute niedrige Renten und Altersarmut existieren, ist vordergründig Schröder und der SPD anzukreiden, allerdings mit kräftiger Unterstützung von CDU/CSU, FDP und GRÜNE. Somit hatte sich die Partei selbst zu einer 20Prozent Partei zurückentwickelt und wie arrogant und Fehler uneinsichtig diese Partei ist, beweist die weitere Hofierung Schröders. Wer so einen Mann auf Parteitagen reden lässt und nicht aus der Partei ausschließt hat jegliche Lernfähigkeit verloren. Die Verlogenheit der Politiker endet zwangsläufig in Enttäuschungen von Politik und Parteien, deshalb ist ein politisch desinteressiertes Volk mit Kurzzeitgedächtnis für Politiker und Parteien überlebenswichtig.

Ist es nicht möglich, dass Politiker mehr das Gemeinwohl im Sinn haben, als Sie es ich vorstellen können? Nur weil sie in Sachfragen andere Meinung haben, heißt das ja nicht gleich, dass sie nur Schlechtes im Sinn haben.

Man kann Politik theoretisch oder praktisch betrachten. In der Theorie sind Politiker nur ihrem Gewissen verpflichtet und dieses Gewissen soll auch noch zum Wohle ihres Volkes ausgerichtet sein. Schöne Theorie, denn das Gewissen eines Politikers kann bestenfalls nur einen kleinen Volksteil in Übereinstimmung treffen. Aber es ist ja nur blinde Theorie, die keiner Praxis standhalten kann. In Deutschland besteht die parlamentarische Demokratie und diese sieht den Fraktionszwang vor. Oder besser ausgedrückt, eine Handvoll Führungspolitiker bestimmen die Richtung und alle anderen Politiker haben treu zu folgen. Abweichler gibt es kaum und wenn, dann folgen meistens Konsequenzen die weit in den persönlichen Wohlstand einschneiden. Hier wird einfach die menschliche Normalität ausgenutzt, denn keiner möchte besondere Annehmlichkeiten und Geld verlieren. Unter diesen Umständen haben Abgeordnete kaum Spielraum sich für das „Gemeinwohl“, wie das auch immer aussehen soll, einzusetzen. Sie können lediglich in ihrem Wahlkreis Eigenwerbung betreiben und einigen Bürgern Versprechungen unter Vorbehalt abgeben, doch bei den dann relevanten parlamentarischen Abstimmungen haben sie sich dem Fraktionszwang zu unterziehen. Parlamentarische Demokratie ist keine freie Demokratie, sondern Diktatur der Parteien. Freie Demokratie würde Volksabstimmung bedeuten, allerdings würden diese dann den politischen Willen der Massenmedien stark unterliegen.

Wenn Sie Angela Merkel einen Satz mitgeben dürften, welcher wäre das?

Frau Merkel, bitte treten Sie zurück. Sie sind finanziell abgesichert und ein sorgenfreies Leben bis zum Tod ist absolut sichergestellt. An der Macht kleben ist nie gut, ihr Ziehvater Helmut Kohl war bis einem Tag vor der Bundestagswahl 1998 felsenfest davon überzeugt die 5. Kanzlerschaft antreten zu können. Doch ihn wollte leider keiner mehr sehen. Die anschließende Demotage Ihres Mentors übernahmen Sie dann ja selbst. Jetzt treten Sie erst zur 4. Kanzlerschaft an und wie es aussieht werden Sie Mangels geeigneter Konkurrenten wieder gewählt. In der 4. Kanzlerschaft besitzen Sie ebenfalls noch die Möglichkeit zurückzutreten, denn die 5. wird scheitern. In der sozialistischen DDR erhielt der Staatsratsvorsitzende Honecker von Gorbatschow den gut gemeinten Rat „Wer zu spät kommt bestraft das Leben“. Mit diesem Satz endete praktisch Honeckers Karriere und der Bestand der DDR.

Werden Sie bei der nächsten Bundestagswahl wählen gehen und welche Partei kann am ehesten mit Ihrer Stimme rechnen?

Gemäß dem Wahlsystem ist der Gang zur Wahlurne Pflicht, wenn verhindert werden soll das CDU/CSU und SPD die Teile der nicht abgegebenen Stimme über Umwege doch noch erhalten. Wahlenthaltung ergibt nur dann einen Sinn, wenn 80 bis 90 Prozent des Volkes Wahlenthaltung ausüben. Doch das ist Utopie, deshalb sollte jeder der keine der angebotenen Parteien wählen möchte, was übrigens sehr gut verständlich ist, zumindest einen ungültigen Wahlschein in die Urne werfen. Persönlich neige ich eher zum ungültig wählen, auch wenn nach meiner Ansicht momentan das Migrationsproblem oberste Priorität besitzt. In den Wahlprogrammen von CDU/CSU und SPD finden sich speziell für mich keinerlei Vorteile wieder. Bei den LINKEN sind nach meiner Ansicht lediglich 2 Politiker wählenswert, Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine. Bei Anwendung des Wahlomat ist zwar immer die AfD oben, doch das liegt vordergründig an der betriebenen Migrationspolitik der anderen Parteien. Wenn man die Migration als einziges Kriterium wertet, bleibt nur die AfD wählbar, doch Politik ist mehrschichtig. Die AfD gehört ohne Zweifel als Opposition in den Bundestag, doch für eine Regierungsverantwortung fehlt ihr das kompetente Personal. Die FDP bedeutet für mich keine Option, sie wird immer eine reine Klientelpartei bleiben und für den Wohlstand einiger Wenige sich zuständig fühlen. Über die GRÜNEN bleibt nur zu sagen, dass es gut wäre wenn diese Partei endlich aus allen Landtagen und den Bundestag verschwindet. Nichts ist für Deutschland besser, als die Auflösung dieser Partei.

Was würden Sie sich für die Bundestagswahl wünschen?

Das es keinen Wahlbetrug gibt, dass ungeliebte Stimmen nicht einfach verschwinden. Das vor allem die Mainstream-Medien ehrlichen Wahlkampf führen und nicht eine spezielle Partei ständig diffamieren. Bei der AfD wird grundsätzlich nur das Negative dargestellt, was es zweifelsohne gibt, doch ebenso auch Positives. Nur mit der positiven Berichterstattung tun sich die Medien schwer, um bis zum Wahltag das vorgegebene Ziel zu erreichen die AfD unter die Fünfprozentmarke zu drücken. Dabei sollte Deutschland um jede Opposition dankbar sein, denn diese fehlt im Einheitsbrei des etablierten Parteienspektrums komplett.

Ich nehme an, dass Ihre Wahlentscheidung auch mit der Haltung der Parteien in der Flüchtlingsfrage zusammenhängt. In so ziemlich jeden ihrer Beiträge kommen Migranten und Flüchtlinge vor. Woher kommt diese Fixierung auf dieses spezielle Thema?

Ja, es ist ein Hauptkriterium aber nicht alles. Hier muss unterschieden werden, ob ich eine Wahlentscheidung im Allgemeinen für Deutschland treffe oder lediglich für mich selbst. Wie schon gesagt, findet sich für mich persönlich in den Wahlprogrammen von CDU/CSU und SPD nichts wieder, also versuche ich eine Problematik allgemein zu sehen. Wenn CDU/CSU oder SPD eine relevante Entscheidung zur Rente aus der Agenda 2010 rückgängig gemacht hätten, die mir einen monatlichen Verlust der Rentenzahlungen aus BfA und betrieblicher Pensions- Ausgleichskasse von zusammen ca. 500 Euro einbrachte, so würde ich meine Stimme aus persönlichen Gründen der CDU/CSU oder SPD geben. Hier würde es sich dann um eine Sympathiewahl aus eigenen Interessen handeln. Doch im Allgemeinen sehe ich den Sozialstaat im Gesamten gefährdet, der damals unsozial gegenüber das eigenen Volk handelte, doch heute für die Migration keine Kosten scheut. Wer über Jahre erklärt, dass die Sozialleistungen und Renten nicht finanzierbar sind und dann wie aus Phönix seiner Asche heraus plötzlich Milliarden für die Migration aus den Hut zaubert, ist für mich nur noch unglaubwürdig und verlogen. Deshalb die Fixierung auf das Thema Migration.

Sehe Sie dieses Thema nicht zu sehr “Schwarz-Weiß”? Könnte es nicht auch einen Zwischenweg geben?

Das Thema sehe ich nicht nur einfach Schwarz-Weiß, dafür ist es viel zu komplex. Man darf nicht vergessen, wer die Völkerwanderung auslöste. Insbesondere waren es die USA und die NATO, die über Jahrzehnte mit Kriege Staaten destabilisierten. Wer die Rüstungsindustrie und die Mineralölkonzerne durch Kriege ihre Gewinne zuführt, der führt der Asylindustrie anschließend ebenfalls die Gewinne zu. Der Nahe Osten ist und war Stellvertreterschauplatz für die Supermächte USA und Russland, wobei die USA der größte Nutznießer ist. Im heutigen Syrien Krieg geht es ebenso um die Vormachtstellung im Nahen Osten und dafür müssen die Menschen sterben oder fliehen. Das Libyen heute ebenfalls ein rechtsfreier Raum ist, ist der NATO und den USA geschuldet. Diese meinten Gaddafi, von dem sie vorher profitiert hatten, ausrotten zu müssen. Libyen ist zum Schlepperparadies aufgestiegen, das gemeinsam mit den NGOs heute Hunderttausende Schwarzafrikaner nach Europa schifft. Ohne der Einmischung der NATO und den USA hätte Libyen heute Stabilität, wäre kein Schlepperparadies und Europa wesentlich schwieriger für Schwarzafrikaner zu erreichen. Doch selbst die Aufnahme von Millionen Schwarzafrikaner wird die Problematik nicht lösen, sondern nur eine Geburtenkontrolle. Solange sich Afrika in dem Tempo vermehrt, sind alle Maßnahmen zwecklos und transferieren lediglich die afrikanischen Zustände nach Europa und somit nach Deutschland. Deutschland begeht zudem noch den Fehler allen Migranten Geld zu schenken und versucht alle zu integrieren. Andere europäische Staaten sind zumindest in diesem Punkt nicht ganz so naiv. Geldgeschenke locken die Menschen an und sind als Mittel zur Einwanderungsbegrenzung enorm kontraproduktiv.

Wähler, die CDU oder SPD wählen, werden öfters auf Ihrem Blog als “Schafe” oder “Stimmvieh” verspottet. Geht dies nicht etwas zu weit, Menschen anderer politischer Richtung pauschal als (dumme) Schafe zu bezeichnen?

Das ich Menschen als dumme Schafe bezeichne ist falsch interpretiert, als Stimmvieh schon. Denn die Parteien wünschen sich politisch desinteressierte Wähler, je mehr desto besser. Wer sich für Politik nicht interessiert ist der beste Wähler, denn CDU/CSU und SPD sind bekannt und was die so alles anstellen bekommt der politisch uninteressierte Wähler gar nicht mit. Also alles sichere Stimmen für die großen Volksparteien. Wenn nur politisch interessierte und aufgeklärte (nicht nur über den Medien-Mainstream, sondern auch von alternativen Medien) Menschen wählen dürften, also so eine Art Wahlführerschein, dann sehe es höchstwahrscheinlich für die Volksparteien viel düsterer aus. Die Besetzung der Landtage und des Bundestages hätten parteilich ein anderes Gesicht, wahrscheinlich auch eine größere Farbenvielzahl.

Die Medien kommen bei Ihnen auch immer recht schlecht weg. “Systemmedien” oder “Lügenmedien” werden sie in vielen Ihrer Beiträge genannt. Sind sie sich bewusst, dass Sie als Blogger auch zu den Medien gehören? Warum sollte ich also Ihren Informationen vertrauen, wenn Sie doch auch zu den Medien gehören?

Mein Blog wird im Gegensatz zu den großen Massenmedien sehr wenig gelesen. Zwar sind Blogs im Internet sehr wichtig um auch mal eine Gegenmeinung darzustellen, doch irgend eine Beeinflussung können diese kaum hervorrufen. Meistens werden Blogs von ähnlich Denkenden gelesen, dass geht schon alleine aus den Kommentaren zu den Artikeln hervor. Anders bei Mainstream-Medien, wenn dort die Kommentarfunktion nicht abgeschaltet ist dann finden sich viele Kommentare gegenläufig der Meinung des Artikel verfassenden Autors wieder. Das größte Massenmedium bildet mit großen Abstand das zwangsfinanzierte Staatsfernsehen und die Tagesschau oder Heute Sendung ist neben den unzähligen Talkshows für viele Menschen die einzige wahrgenommene Informationsquelle. Doch wer sitzt denn hier in den Rundfunkräten und entscheidet über das was gesendet wird? Es sind aktive oder ehemalige Politiker der etablierten Parteien und die werden ihre eigenen Partei- und Politikerkollegen gewiss keinen Schaden zufügen. Weiter gehören der Springer Konzern und die Bertelsmann Stiftung zu den Medienhochburgen, zu dessen Besitzerinnen Friede Springer und Liz Mohn Frau Dr. Merkel freundschaftliche Beziehungen halten soll. Mit nur etwas nachzudenken müsste das Bewusstsein erfolgen, dass der Medien-Mainstream das Volk in eine bestimmte Richtung lenken soll und somit sehr wohl der Beeinflussung dienen. Hier reicht das Spektrum vom Russland Bashing, über den ungeliebten Trump bis hin zur Migrationspolitik. Alles soll von dem Volk so aufgenommen werden, wie es sich die politische Elite in Deutschland gerade wünscht.

Woran erkenne ich eine gute Zeitung oder ein gutes News-Portal?

Das ist schwer zu beantworten und liegt meistens an den politischen Einstellungen des Lesers. Was der eine gut findet, ist für den anderen noch lange nicht gut. Hier ist auch zu unterscheiden, was jemand interessiert. Mancher interessiert sich lediglich für die neuesten Schlagzeilen, ein anderer benötigt Hintergrundinformationen. Aus diesem Grund hatte ich 2013 die Website www.topnewsinfo.de online gestellt. Hier finden sich sowohl Mainstream-Medien als auch alternative Medien wieder. Ebenso viele lokale Nachrichtenseiten oder Auslandsmedien. Es wird der Überblick über eine breite Palette der unterschiedlichsten Online-Medien angeboten. Es dient der Meinungsbildung aus einer breiten Palette an Quellen. Als traurig finde ich persönlich den Trend, dass immer mehr Online-Medien ihre Artikel nur gegen Bezahlung freischalten. Hier wird der Demokratie ein Bärendienst geleistet und die Meinungsbildung erschwert. Für die frei zugänglichen alternativen Medien allerdings zum Vorteil, weil Gegenmeinungen aus dem Mainstream weniger Leser erreichen.

Welche Anhaltspunkte haben Sie für die Annahme, dass die klassischen Medien und insbesondere die öffentlich-rechtlichen nur unkritisch der Regierung gegenüber berichten?

Diese Frage erübrigt sich nach fast vierjähriger großer Koalition fast von selbst. Der Bundestag besteht nur aus Regierung, eine ernstzunehmende Opposition ist nicht vorhanden. Was sollen die Medien, insbesondere die öffentlich-rechtlichen, denn machen? Sollen sie gegenläufig der Regierung berichten, wenn die Opposition fehlt? Besonders in der Flüchtlingskrise war es zu merken, dass es keine Gegenstimmen gab. Alles, Regierung und Miniopposition, stand einstimmig hinter der Politik Merkels. Lediglich Seehofer wollte medienträchtig dagegen poltern. Ein Wolf im Schafspelz, der wie ein treuer Hund hinter Merkel herläuft. Selbst ein Strauß hatte es nicht gewagt die CSU von der CDU zu trennen und somit ein Seehofer bestimmt nicht. Eine Trennung der beiden Schwesternparteien würde die Macht der Partei zerstören, so wie es der SPD erging mit der Gründung der LINKEN durch Lafontaine. Die Massenmedien berichten im Großen und Ganzen stets Regierungskonform, Ausnahmen bilden vielleicht einige kritische Kommentare von Gastautoren, die aber von der Volksmasse selten gelesen werden.

Vielen Dank für das Interview!

 


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