Internetpranger für Rechte (Update)

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Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hat einen Internetpranger für Teilnehmer der rechten Demos in Chemnitz eingerichtet. Dort und in einem Büro in Chemnitz werden Bilder der Demonstrationsteilnehmer gezeigt. Für die Identifizierung der einzelnen Personen wird eine Belohnung ausgelobt. Die Teilnehmer sollen möglichst bei ihren Arbeitgebern angeschwärzt werden, damit sie entlassen werden. Die Polizei prüft mittlerweile ob Straftaten vorliegen.

Ich frage mich aber schon, was in den Köpfen der Linken vorgeht. Sind sie sich nicht bewusst, dass sie mit dieser Aktion den rechtsstaatlichen Boden verlassen und den Rechten gute Argumente für ihre Internetpranger liefern? Ich finde die Aktion ist an Dummheit nicht zu überbieten. Ich überzeuge doch niemanden wieder zurück auf den Boden des Grundgesetzes zu kommen, indem ich ihm seine Arbeitsstelle wegnehme und ihn sozial ächte. Das verstärkt doch nur den Zusammenhalt in der Gruppe und die Opferrolle, in der sich viele Rechte sehen. Abgesehen davon, dass Internetpranger einfach gar nicht gehen und in eine Zeit gehören, die schon lange vorbei ist. Und da sag mir noch einer, dass die Menschheit von den Fehlern der Vergangenheit lernt!

Die Rechten werden diese Aktion natürlich für ihre Zwecke benutzen. Lest euch nur mal das Statement der AfD-Sachsen dazu durch:

Es bedarf keiner weiteren Beweise, dass hier eine perfide Menschenjagd – unter dem Deckmantel der Aktionskunst – stattfindet, deren Ziel die Vernichtung von politisch Andersdenkenden ist. Unterstützt wird die Hetzjagd offensichtlich von der Staatsregierung, da offen das Logo „So geht Sächsisch“ verwendet wird.

https://www.facebook.com/AfD.Sachsen/

Das mit dem Logo der Staatsregierung ist natürlich eine glatte Lüge, aber sonst sieht man hier schon schön das Opfernarrativ das gepflegt wird. Ich möchte in diesem Zusammenhang mal an den Internetpranger für Lehrer in Hamburg erinnern, der von der AfD eingerichtet wurde. Da sind diese Methoden scheinbar ok. Naja, Details.

Insgesamt muss man festhalten, dass das ZPS sich mit dieser Aktion für vernünftige Leute erledigt haben sollte – wie übrigens auch die AfD. Beide Seiten nehmen sich nicht viel. Beide Seiten wollen ein Land, in dem ich garantiert nicht leben möchte.

Update: Auf der Projektseite hat das ZPS mittlerweile angegeben, dass die ganze Seite ein Honeypot war. Die in der Suchfunktion eingegebenen Namen wurden dazu verwendet die Datenbank mit den bekannten Teilnehmern zu vervollständigen und Freundschaftsbeziehungen zwischen den Teilnehmern zu ermitteln. Mittlerweile ist der Internetpranger auch wieder offline, nur der Hinweis auf die Aktion ist zu sehen.

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