Humankapital

Die ist ein Artikel zur Blogparade von Fineskill zum Thema Humankapital.

Bei manch einem löst der Begriff Humankapital negative Gefühle aus. Es klinkt so nach Ermitteln des Wertes von Menschen. Und tatsächlich kommt der Begriff ursprünglich aus den Wirtschaftswissenschaften und dient dazu, den Wert des Wissens in einer Volkswirtschaft (VWL), bzw. in einem Unternehmen (BWL) zu ermitteln. Tatsächlich ist der Begriff in der Bevölkerung eher negativ besetzt und wurde 2004 sogar zum Unwort des Jahres gewählt. Dabei wird durch den Begriff deutlich, wie viel das Wissen und die Erfahrung der Mitarbeiter für ein Unternehmen bzw. die Gesellschaft wert sind und rückt die Aus- und Weiterbildung mehr in den Fokus.

Für mich bedeutet mein Humankapital das Wissen und die Erfahrungen, die ich mir in meinem Leben angeeignet habe. Neben meinem Studium, gehören dazu auch meine Ausbildung und die Erfahrungen die ich im Beruf sammeln konnte. Aber auch private Projekte (Raspberry Pi-Sachen, Serveradministration, Blog, Finanzen) zahlen in mein Humankapitalkonto ein. Den monetären Wert dieses Wissen zu bemessen würde mir dabei eher schwer fallen. Dieser ist aber auch nur ein Aspekt. Viel wichtiger finde ich die persönliche Weiterentwicklung, die mit der Weiterbildung einhergeht. Jeder Kurs eröffnet mir eine neue Perspektive und verändert meine Sichtweise auf meine Umwelt. Dieses persönliche Wachstum finde ich wesentlich spannender, als den reinen monetären Wertzuwachs meiner Arbeitskraft.

Ich kann mich noch gut an die Einrichtung meines ersten eigenen Servers mit einem Raspberry Pi erinnern. Ich habe unheimlich viel dazu gelernt und es hat mir viel Spaß gemacht. Für meinen damaligen und auch heutigen Beruf brauche ich dieses Wissen nicht direkt, es hat mir aber unheimlich viel gebracht.

Der finanzielle Aspekt ist natürlich auch da und liegt meist im Fokus, wenn von Weiterbildung geredet wird. Der gängige Ansatz das Humankapital zu berechnen, ist zu ermitteln wie viel es kosten würde einen Menschen auf einen gewissen Ausbildungsstand zu bringen. Ich würde die Berechnung abwandeln und das Einkommen nehmen, welches mit dem derzeitigen Ausbildungsstand erreicht werden kann. Dahinter liegt der Gedanke, dass mehr Ausbildung auch mehr Gehalt bedeutet. Dies gilt aber sicher auch nur eingeschränkt. Manch eine Weiterbildung ist auch nötig, um überhaupt das derzeitige Einkommen zu halten. Schon allein aus dieser Sicht heraus lohnt es sich in das eigene Humankapital zu investieren.

Dies ist leider nicht selbstverständlich. Mein Betrieb ermöglicht seinen Mitarbeitern vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten. Leider werden diese nur von sehr wenig Mitarbeitern genutzt. Keine Zeit, nicht sinnvoll und weitere solche Ausreden werden vorgebracht. So eine Einstellung ist leider scheinbar verbreitet und keine Seltenheit. Letztlich schadet man sich damit aber selbst am meisten.

Zusammenfassend bedeutet für mich mein Humankapital zu vergrößern, dass ich aufgeschlossen für neues Wissen und Erfahrungen bin. Ich denke es war noch nie so einfach wie in der heutigen Zeit sich weiterzubilden. Blogs, Videos und Online-Kurse sind da nur zwei Quellen von Wissen. Vieles kostenlos. Im Prinzip muss man sich nur einen Ruck geben und anfangen. Ich habe gute Erfahrungen mit coursera.org und LinkedIn-Learning gemacht. Aber es gibt viele weitere gute Angebote. Fangt am besten noch heute an!

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