Glücksspiel – Wie du nachhaltig arm wirst

Glücksspiel Poker

Die Bundesländer haben sich auf die Eckpunkte für einen Glücksspielstaatsvertrag verständigt. In Zukunft sollen Online-Glücksspiele im gesamten Bundesgebiet erlaubt und unter die Kontrolle einer neuen Behörde gestellt werden. Für den Staat winken Einnahmen in Milliardenhöhe. Der gesamte Glücksspielmarkt in Deutschland hat mittlerweile eine Größe von ca. 11 Milliarden Euro pro Jahr erreicht. Auf Online-Glücksspiele entfallen ca. 2 Milliarden Euro. Interessant ist auch, dass 26,9% der Online-Glücksspieler als zumindest problematisch, also suchtgefährdet gelten.

Um gefährdente Spieler zu schützen, plant die Politik deutschlandweite Sperrlisten und ein Limit von 1.000€ pro Monat an Spielereinsatz. Ob dieses Limit aber nur pro Anbieter oder für alle lizenzierten Anbieter gilt, ist nicht klar. Auch werden natürlich die ausländischen Anbieter nicht von der Regelung erfasst.

Begündet wird das Vorhaben damit, dass mit der Legalisierung Spieler geschützt werden können. Aber was sollte einem Spieler denn daran hintern, wie jetzt vielleicht auch schon, im (europäischen) Ausland zu spielen? Warum wird nicht Werbung für Glücksspiele (z.B. Sportwetten) verboten, wenn man den Spieler doch schützen möchte?

Die Simulation eines fairen Spiels

“Die Bank gewinnt immer” – das ist ein beliebter Ausspruch und dieser ist für (Online-)Glücksspiele uneingeschränkt gültig. Auf den Websites der Betreiber und durch Werbung soll aber dem Kunden das Gefühl vermittelt werden, dass er eine faire Chance auf einen Gewinn hat und im Fall von Sportwetten sogar durch eigene Fähigkeiten seine Chancen erhöhen kann. Dazu sollte man aber wissen, dass dem Anbieter der Erfolg oder Misserfolg eines einzelnen Spielers recht egal ist. Für ihn kommt es darauf an, dass er im Durchschnitt Gewinn macht. Mit Hilfe von statistischen Methoden designed er deshalb seine Spiele so, bzw. legt die Wettquoten so fest, dass er am Ende immer Gewinn macht.

Eines der berühmtesten Glücksspiele ist Roulette. Schauen wir uns mal kurz an, warum hier der Spieler immer verlieren wird. Ein Roulettrad hat 37 Felder (von 0-36 nummeriert), welche abwechselnd schwarz und rot gefärbt sind (mit Ausnahme der Null). Der Vorteil der Bank resultiert aus dem vorhandensein der grünen Null. Dies sichert der Bank einen Vorteil von 1,35% bei einfachen Chancen und von 2,7% bei allen anderen Setzvarianten. Dies führt u.a. dazu, dass der Erwartungswert für den Gewinn bei einem Spiel immer negativ ist. Der Spieler macht also im Durchschnitt keinen Gewinn. Dabei ist es überings auch egal, ob nach einen “System” gespielt wird. Es gibt kein System mit einem positiven Erwartungswert, egal was auch irgendwelche Websites auch erzählen wollen.

Die Werbung suggeriert dem Spieler jetzt aber, dass er ja der Glückliche sein könnte, der gewinnt und reich wird. Das Problem ist nur, dass die Statisik einfach gegen den Spieler spricht. Und selbst wenn er mal gewinnen sollte und seine Gesamtbilanz danach positiv ist (was selten passieren wird), wird schnell der Ruf nach dem nächsten Spiel kommen und das Geld ist wieder weg. Die Bank gewinnt eben letztendlich immer.

Glücksspiel ist der Weg zur finanziellen Unfreiheit

Dies ist auch der Grund, warum (Online-)Glücksspiele der Weg in die finanzielle Unfreiheit oder sogar in den finanziellen Ruin sind. Jeder Euro der hier ausgegeben wird, ist ein verschenkter Euro. Mehr noch, er gefährtet die Existenz von dir und deiner ganzen Familie. Das Kennzeichen einer Sucht ist es gerade eben, dass die Spieler die Kontrolle verlieren und dann nur noch schwer heraus kommen. Dabei ist es auch egal wie gebildet oder ungebildet der Spieler ist. Gefährdet sind alle.

Beispiele von abhängigen Spielern, die ihr ganzes Geld verspielt und ihre Familie in den Ruin getrieben haben, gibt es genug. Was aber leicht übersehen wird ist, dass die 11 Milliarden Euro pro Jahr den Spielern, selbst wenn sie es unter “Kontrolle” haben, zum Vermögensaufbau fehlen. Und selbst wenn du “nur” 100 € pro Monat verspielst, sind das schon 1.200€ im Jahr und nach 10 Jahren schon 12.000 €. Legt diesen Betrag dagegen in einer relativ sicheren Anlage mit 3% Zinsen an, hat man nach 10 Jahren 13.980,20 € und nach 20 Jahren 32.768,42 € auf dem Konto. Ihr seht also, dass selbst kleine monatliche Beträge über die Zeit gerechnet einen ziemlich hohen Betrag ergeben.

Was mich an dieser Einigung nervt

Was mich an dieser Einigung der Bundesländer wirklich nervt ist, dass der Staat auf der einen Seite gerne das Geld von den Spielern einsammelt und sich damit indirekt am Ausnehmen der Spieler beteiligt und auf der anderen Seite Sparer, die fürs Alter vorsorgen wollen, mit einer Finanztransaktionssteuer bestrafen möchte. Verlieren tut hier der vernünftige Sparer und der unvernünftige Spieler. Gewinnen aber der Staat (zumindest kurzfristig) und die Glücksspielbetreiber. Die Regierung versagt hier in zwei Feldern und wird ihrem Auftrag den Bürger notfalls auch zu schützen und ihn zu unterstützen nicht gerecht.

Fazit

Selbst wenn jetzt Online-Glücksspiel legal werden sollte, solltest du dich seriös mit deinen Finanzen auseinander setzen und die Finger von diesen Spielen lassen. Ein Anfang könnte die Artikelreihe “Organisiere deine Finanzen” sein. Hier zeige ich auf, wie du Ordnung in deine Finanzen bekommst und sie zukunftsfähig aufstellst. Hoffen auf den großen Gewinn ist nichts mehr haschen nach Wind, deshalb kümmer dich seriös und mit einem Plan um deine Finanzen.

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