Gleichstellung erst in 170 Jahren

Gestern hat Margarete Stokowski noch verkündet, dass die Gleichstellung von Mann und Frau nur noch vom Wort “Powerfrau” aufgehalten wird. Heute muss ich dann lesen, dass

es noch 170 Jahre dauern [wird], bis Frauen und Männer dieselben Chancen erhalten

Ursprung dieser Aussage ist eine Studie die im Auftrag des Weltwirtschaftsforums erstellt wurde. Sie haben 144 Länder in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Lebenserwartung, wirtschaftliche Chancen und politische Beteiligung auf Benachteiligung von Frauen untersucht.

Damit dann auch rauskommt was rauskommen soll, wurde ein neues innovatives Bewertungssystem eingeführt. Eine 1.0 in einer Kategorie bedeutet, dass absolute Gleichberechtigung herrscht. Ein Wert kleiner als 1 eine Benachteiligung von Frauen und einer größer als 1 eine Benachteiligung von Männern. Damit die Auswertung aber nicht zu kompliziert wird, werden einfach alle Werte größer 1 auf 1 abgerundet.

Thus, a country that has higher enrolment for girls rather than boys in secondary school will score equal to a country where boys’ and girls’ enrolment is the same.

Sprich: Es gibt per Definition keine Benachteiligung von Männern. Wenn man sich dann die Ergebnistabelle mal anschaut, dann stellt man auch fest, dass da ein paar Mal 1.0 drin steht. Es kann also sein, dass hier sogar eine Benachteiligung von Männern stattfindet. Mit dieser Berechnungsweise kann ich aber in jedem Land der Welt eine Benachteiligung für jede Gruppe finden! Was ist das denn für ein unwissenschaftliches Vorgehen! Zu sehen ist das dann auch weiter hinten in den Tabellen mit den Daten. Zum Beispiel auf Seite 49 (“Professional and technical workers”). Hier haben ganz viele Länder einen Wert über 2 (massive Benachteiligung von Männern). Für die Berechnung des “gender gaps” wird dann aber auf 1.0 abgerundet. Genauso wird auch in den anderen Tabellen verfahren.

Wir halten also fest: Diese “Studie” ist populistischer Blödsinn! Was mich aber fast noch mehr ärgert ist, dass zum Beispiel zeit-online ohne kritische Töne einfach die “Ergebnisse” der Studie übernimmt.

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