Gleichstellung an der TUB Freiberg

Auch die TUB Freiberg hat, wie jede andere Uni auch, einige Gleichstellungsbeauftragte. Wobei ich den Begriff “Frauenförderungsbeauftragte” treffender finde. Aber was solls. Warum schreib ich das? Ich habe in einer Rundmail der Uni erfahren, dass man jetzt Anträge für Gleichstellungsmaßnahmen einreichen kann. Interessiert wie ich bin, habe ich mal geschaut wofür ich etwas beantragen kann:

Zwei von den fünf Projekten sind nur für Frauen und eins zur Gewinnung von Schülerinnen. Bleibt also noch die familienfreundliche Universität. Was man da genau beantragen kann, ist aber nicht ersichtlich und wurde mir nach intensiven Studium ihrer Website auch nicht klar.

Motiviert durch den Ausschreibungstext bin ich auf der Website dann auf die Kategorie “Informationen für Nachwuchswissenschaftler/innen” gestoßen. Am Anfang der Seite kommen erst mal die ganzen Angebote für Frauen. Dann aber “Angebote für Nachwuchswissenschaftlerinnen & Nachwuchswissenschaftler”, also auch für mich. Hier gibt es hauptsächlich aber nur einen Link zur GraFa. Nun ja. Ich muss mich irgendwann ja mal auf die Suche nach einem Job machen, da kommt mir die Kategorie “Datenbanken & Jobmessen” sehr gelegen. Vielleicht werde ich ja hier fündig. Leider werde ich schnell wieder enttäuscht. Alle drei Links gehen auf Websites die Angebote speziell für Frauen haben. Also wieder nichts…

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen, wenn es Netzwerktreffen für Frauen gibt oder über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geredet wird oder Abiturientinnen MINT-Fächer näher gebracht wird. Was mich massiv stört ist, dass hier Programme, die auf Bevorteilung von Frauen ausgelegt sind, als Gleichstellung verkauft werden. Zum Beispiel gibt es ein Programm zur Überbrückung von Finanzierungslücken zum Abschluss einer Promotion von Doktorandinnen! Was hat das mit Gleichstellung zu tun? Und wegen mir sollen sie solche Programme auflegen, dann sollen sie es aber auch “Frauenförderung” nennen. Am meisten nervt mich diese Unehrlichkeit!

So genug aufgeregt. Muss jetzt mal weiter an meiner Diss arbeiten, nicht das sich bei mir eine Finanzierungslücke einstellt. Für Männer gibts da leider keine speziellen Programme. Oder doch? 😉

“Lassen Sie den Kopf nicht hängen”, sagte Direktor Tück. “Ich habe da eine Idee. […] Ab morgen, Schulz, sind Sie eine Frau, die im Körper eines Mannes gefangen ist. So bringe ich Sie in den Aufsichtsrat.[…] Wir sind da in hundertprozentiger Übereinstimmung mit der Geschlechterforschung und der feministischen Theorie. Die Gleichstellungsbeauftragte muss es akzeptieren. Es bleibt ihr gar nichts anderes übrig.”

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