Folgen von fehlenden Impfungen

Wenn mich jemand nach einer Errungenschaft der Neuzeit fragen würde, die ich auf keinen Fall missen möchte, dann würde ich den medizinischen Fortschritt und speziell die Möglichkeit des Impfens angeben. Kosteten manche Infektionskrankheiten im Mittelalter noch Millionen von Menschen das Leben, sind heute durch eine Impfung viele Krankheiten praktisch ausgerottet, bzw. könnten es sein. Das Problem ist nämlich, dass seit einiger Zeit die sogenannten Impfgegner immer stärker werden und in Folge dessen immer weniger Kinder einen Impfschutz bekommen. Dies hat solange ganz gut funktioniert, wie die Impfquote, z.B. gegen Masern, bei über 95% war. Diese Quote wird normalerweise als ausreichend zur Eindämmung gesehen, dass heißt nicht geimpfte Kinder sind durch die geimpften Kinder geschützt.

Bei Masern liegt die Impfquote deutschlandweit aber bei nur noch 87% und in Sachsen sogar bei nur ca. 73,5%. Ähnlich ist die Situation bei anderen Krankheiten. Während Masern meistens noch recht harmlos verlaufen, sieht die Situation bei Kinderlähmung (Polio) schon anders aus. Hier drohen schwere, lebenslange Beeinträchtigungen.

Wegen der niedrigen Impfquote gibt es deshalb auch immer wieder Masernfälle, so gerade an der TU Dresden und in Waldbröl. Besonders gut kann sich der Virus dann ausbreiten, wenn er in eine Gruppe mit sehr wenig Impfschutz kommt. So wie 2013, als eine Infektion in einer Walddorfschule mit einer Impfquote von nur 25% bei 54 Schülern und Lehrern Masern festgestellt wurde. Schaut man hingegen nach Finnland, wo eine Impfpflicht besteht, dann stellt man fest, dass es dort seit 1996 nur 4 importierte Masernfälle gab.

Warum lassen in Deutschland also vergleichsweise wenig Eltern ihre Kinder ausreichend impfen? Zunächst hängt dies sicher damit zusammen, dass die Krankheiten um die es geht, nicht mehr so sehr wahrgenommen werden. Es gab jahrelang keine Fälle mehr, bzw. die Fälle verliefen recht harmlos. Es existiert deshalb nur ein schwaches Risikobewusstsein für die Gefahren der Erkrankungen. Auf der anderen Seite wurde die Nebenwirkungen von Impfungen dramatisiert und Berichte von Verhaltensänderungen nach der Impfung gestreut. Auch werden Impfungen von Ärzten die alternative Ansätze bevorzugen oftmals nicht empfohlen oder sogar abgelehnt.

Es ist eigentlich schon schlimm genug, dass durch diese Ablehnung die eigenen Kinder oder Patienten gefährdet werden. Es werden aber auch Menschen gefährdet, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können. So kann gegen Masern zum Beispiel erst mit 10 Monaten geimpft werden. Andere vertragen eine Impfung überhaupt nicht. Das nicht Impfen gefährdet also nicht nur einen selbst und die eigenen Kinder, sondern auch andere und besonders die schwächsten der Gesellschaft.

Letztendlich führt dies dazu, dass sich eigentlich ausgerottete Krankheiten wieder in Deutschland verbreiten und es ist leider nur eine Frage der Zeit bis wieder Todesopfer zu beklagen sind. Auf der Seite infektionsschutz.de gibt es ausführliche Informationen zu Infektionskrankheiten, deren Auswirkungen und den Schutzmöglichkeiten.

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