Firmen wehren sich – Mindestlohn für Azubis beschlossen

Gehalt
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Die Bundesregierung hat die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für Auszubildende beschlossen. Sie sollen ab sofort 515 Euro im ersten Lehrjahr erhalten. Dieser Mindestlohn soll in Stufen bis auf 620 € im Jahr 2023 steigen. Wie zu erwarten war, formiert sich jetzt großer Widerstand gegen das Gesetz und natürlich genau von den Branchen, die eher wenig bezahlen, z.B. das Friseurhandwerk. Etwas komisch finde ich das Argument vom Zentralverband des deutschen Handwerks aber schon:

Der Zentralverband des deutschen Handwerks protestiert schon länger gegen die geplante Reform der Bundesregierung. Der Mindestlohn überfordere vor allem kleinere Handwerksbetriebe und gefährde deshalb Lehrstellen.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/mindestlohn-ausbildung-101.html

Wie wenig bezahlen die ihren Azubis, dass der Mindestlohn sie stört? Es ist natürlich klar, dass sie sich beschweren müssen, es geht ja um ihr Geld. Aber auf der anderen Seite beschweren sie sich dann auch wieder, dass die jungen Menschen lieber keine Ausbildung machen. Das hängt halt einfach alles miteinander zusammen.

Situation in den Betrieben

153 Euro sieht der Tarifvertrag in Sachsen-Anhalt für Friseur-Azubis im ersten Lehrjahr vor. Fleischer-Azubis bekommen immerhin 350 Euro im ersten Lehrjahr. In beiden Fällen kann man schon von Ausbeutung reden. Kein Wunder also, dass genau diese Branchen sich über das neue Gesetz beschweren. Wobei nach dem neuen Gesetz solche Hungerlöhne weiterhin möglich bleiben, wenn der Betrieb einer Tarifbindung unterliegt, die so einen Lohn vorgibt.

Insgesamt gesehen ist die Situation bei den Ausbildungsvergütungen sehr unterschiedlich. Hier mal eine kleine Auswahl von tariflichen Durchschnittsgehältern von Azubis:

  • Maurer: 1175 € (West), 975 € (Ost)
  • Mechatroniker: 1091 € (West), 1071 € (Ost)
  • Industriemechaniker: 992 € (West), 947 € (Ost)
  • Kaufmann für Versicherung und Finanzen: 1035 €
  • Friseur: 606 € (West), 387 € (Ost)
  • Bäcker: 678 €
  • Florist: 622 € (West), 587 € (Ost)

Man sieht gut, dass der Mindestlohn von 515 € für die meisten tarifgebundenen Betrieben keine Rolle spielen wird, da sie eh schon mehr bezahlen. Besonders aber in Ostdeutschland könnte die Situation in manchen Betrieben etwas anders aussehen könnte.

Fazit

Insgesamt finde ich das Gesetz der Bundesregierung sehr gut. Es verhindert, dass Azubis zu sehr ausgebeutet werden. Jetzt liegt es noch an den Tarifpartnern entsprechende Anpassungen bei den Tarifverträgen zu erreichen.

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