Finanzielle Freiheit – Nur etwas für Geizhälse?

Wer wäre nicht gerne finanziell frei? Nur noch Arbeiten wenn es einem Spaß macht, private Projekte verfolgen, mehr Zeit für die Familie – das hört sich doch gut an. Der Trend möglichst früh finanziell frei zu sein, wird in Deutschland immer beliebter. Allein die Anzahl der Blogs, die einen Weg zur finanziellen Freiheit zeigen wollen, ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Auch zeit-online hat dieses Thema entdeckt und einen Artikel mit dem Titel “Knausern für die Rente mit 40” zu der Thematik veröffentlicht. Wie der Titel schon andeutet, ist der Grundtenor eher negativ. Es kommt ein Frugalist zu Wort, der auf fast alles verzichtet und sogar seine Gäste zum Wassersparen auffordert. Die zweite Person die zu Wort kommt, ist da schon etwas entspannter, legt aber auch jeden Monat einen größeren Betrag zurück, um später nicht mehr auf eine Erwerbsarbeit angewiesen zu sein.

Es ist auf jeden Fall gut, dass auch ein größeres Medium dieses Thema aufgreift und mal an zwei Beispielen einem größeren Publikum das Thema nahe bringt. Die Kommentare unter dem Artikel lassen da aber gewisse Zweifel aufkommen.

Finanzielle Bildung?

Wie schlecht es aber um die finanzielle Bildung bestellt ist, zeigt sich in den Kommentaren zum Artikel. Ich zitiere mal stellvertretend zwei dieser Kommentare:

für die 2% der bevölkerung die so viel sparen können: schön für sie. für den rest keine wirklich fragestellung dank niedriger löhne, explodierenden mieten, und unsicheren jobverhätnissen

Diese Meinung dürften recht viele Menschen in Deutschland vertreten. Ich habe doch viel zu wenig Geld zu sparen. Wenn ich xxx€ hätte oder so viel wie Herr Mustermann, dann würde ich auch viel sparen. Andere sind da schon gehässiger:

Wie erbärmlich ist es den dem Ziel hinterher zu laufen als Angestellter so viel zu sparen, um schnell von z. B. 1.500 Euro im Monat, praktisch auf H4 Niveau, leben zu könne?

Ich möchte natürlich nicht verschweigen, dass einige Kommentatoren versuchen diese Aussagen gerade zu rücken, aber letztlich ist das wie ein Kampf gegen Windmühlen. Die finanzielle Bildung in diesem Land ist, falls die Kommentare nur halbwegs repräsentativ sind, katastrophal. Nicht jeder ist bereit auf allen Luxus zu verzichten und frugal zu leben, aber weder sind die, die es tun erbärmlich, noch ist es für 98% der Bevölkerung unmöglich etwas zurück zulegen.

Natürlich wird nicht jeder 1000€ oder mehr jeden Monat zurück legen können. Aber auch kleinere Summen können helfen, wenn in Zukunft größere Ausgaben auf einen zukommen. Beziehungsweise man kann damit auch ein kleines Vermögen ansparen, auch wenn es etwas länger dauert. Dies passt natürlich nicht zur der “schnell, heute”-Mentalität mancher unserer Mitbürger. Auch hilft es nicht, wenn man nur das Negative sieht und die Zeit mit jammern verbringt.

Der erste Schritt ist nicht die Erreichung des Ziels (falls die finanzielle Freiheit das Ziel ist), sondern sich um seinen Finanzen zu kümmern und sie in Ordnung zu bringen. Erst dann kann man über weitere Schritte reden. Ein möglicher Weg ist meine Artikelreihe Organisiere deine Finanzen. Dort zeige ich einen Weg auf, wie du Ordnung in deine Finanzen bringst.

Natürlich hoffe ich auch, dass die großen Medien mehr Artikel zu Finanzthemen bringen und diese auch wirklich die finanzielle Bildung in unseren Land erhöhen. Vielleicht wäre ein entsprechendes Schulfach auch eine gute Idee? Was meint ihr? Oder habt ihr noch andere Vorschläge?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.