Das neue Grundsatzprogramm der AfD (Teil 7) – Hochschulen

Mittlerweile hat die AfD auch einen offiziellen Entwurf ihres Grundsatzprogramms veröffentlicht. Ich beziehe mich aber in diesem und den folgenden Teilen der Einheitlichkeit halber weiterhin auf den alten Entwurf, werde aber an den entsprechenden Stellen auf die Unterschiede in den beiden Versionen hinweise. Die Seiten auch dem neuen Entwurf bezeichne ich dabei mit einem N (also z.B. Seite N45). Die alten Teile werde ich im Laufe der Zeit überarbeiten und die Aktualisierungen einarbeiten.

In diesem Teil der Reihe über das neue Grundsatzprogramm der AfD soll es um die Hochschulpolitik gehen. Die vorherigen Teile können hier nachgelesen werden (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5 und Teil 6).

Hochschulpolitik

Die Vorstellungen der AfD zu den Hochschulen ist hauptsächlich von der Freiheit von Forschung und Lehre bestimmt (was auch zu begrüßen ist). An einigen Punkten wollen sie die Freiheit aber gezielt einschränken, um Entwicklungen entgegenzuwirken die ihnen nicht gefallen. Aber hier nun einige der Forderungen im Detail:

  • “Die Freiheit von Forschung und Lehre sind unabdingbare Grundvoraussetzungen für wissenschaftlichen Fortschritt. Deshalb müssen die Hochschulen über Art und Umfang ihres Studienangebotes frei entscheiden können.” (Seite 55, N37). “Auch kleine Fächer müssen erhalten werden, um die Vielfalt der Lehre und Forschung aufrecht zu bewahren.” (Seite 56, N37). “Es soll Aufnahmeprüfungen insbesondere für technische, naturwissenschaftliche und medizinische Studienfächer geben.” (Seite 56, N38). “Im Inland tritt die AfD allen Tendenzen strikt entgegen, die deutsche Sprache auf Behörden, in universitären Studiengängen und in der Binnenkommunikation von Firmen im Sinne einer falsch verstandenen „Internationalisierung“ durch das Englische zu ersetzen” (Seite 51, N32).
    Ich habe mal einige Aussagen aus dem Programm zusammengefasst, die sich mit der Freiheit und Unfreiheit der Universitäten und Hochschulen beschäftigen. Auf der einen Seite fordern sie, dass die Hochschulen frei in Forschung und Lehre sein sollen, auf der anderen Seite wollen sie aber die Hochschulen in ihrer Freiheit einschränken. Aufnahmeprüfungen, deutsche Sprache oder die Entscheidung welche Fächer angeboten werden sollen, sind nur drei Beispiele. Versteht mich nicht falsch, ich bin auch für die Abschaffung von so pseudo-wisschenschaftlichen Studiengängen wie Genderstudies. Aber ich kann nicht auf der einen Seite behaupten ich lasse die Hochschulen in Ruhe und gebe ihnen nur eine ausreichende Grundfinanzierung und auf der anderen Seite fordere ich Sachen, die eben in diese vorher angekündigte Freiheit eingreifen.
    Im übrigen finden sind im AfD-Programm keine Hinweise darauf, dass sie gegen so Sachen wie Zielvereinbarungen und dergleichen an Hochschulen sind. Dabei ist es ja genau diese Ausrichtung an ökonomischen Kennzahlen, die die Fächervielfalt an den Hochschulen einschränkt. Gerade Sachsen hat da ja eine unrühmliche Vorreiterrolle.
  • “Die Einheit von Forschung und Lehre ist das Alleinstellungsmerkmal der Universitäten und Hochschulen mit Universitätsstatus. Ausschließlich diese dürfen das Promotions- und Habilitationsrecht besitzen.” (Seite 56, N37).
    Diese Forderung sollte man zumindest zur Kenntnis nehmen. Ich plädiere eher dafür, dass auch forschungsstarke Fachhochschulprofessuren das Promotionsrecht bekommen. Dies dürfte aber bei der derzeitigen politischen Lage nicht realisierbar sein 🙁

Anschließend an den Ausführungen zu den Hochschulen werden die Vorstellungen der AfD zum Schulsystem dargelegt. Diese sind sehr konservativ und in ihrer Ausrichtung größtenteils zu begrüßen. Stichworte sind: Erhalt/Einführung des mehrgliedrigen Schulsystems, Zentralabitur, mehr Sanktionsmöglichkeiten für die Lehrer und der Erhalt der Förder- und Sonderschulen. Einzig der Absatz zu den Koranschulen und der angeblichen Bevorzugung von muslimischen Schülern wirft einige Fragen auf. So werden der Religionsunterricht und die außerschulischen Koran”schulen” vermischt und es wird der Eindruck erweckt, dass die Koranschulen etwas mit dem Religionsunterricht zu tun hätten. Dies ist höchstens indirekt der Fall.

Insgesamt scheint der Abschnitt über Hochschul- und Bildungspolitik noch aus den Zeiten der “alten” AfD zu sein, als sie noch von Professoren geführt wurde.

Im nächsten Teil der Reihe wird es dann um das Lieblingsthema der AfD, der Flüchtlings- und Ausländerpolitik, gehen. Er wird voraussichtlich am Samstag erscheinen. (Hier gehts zum Teil 8).

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