BVG diskriminiert Männer

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ein ziemliches Gespür was Marketing angeht. Zum sogenannten “Gender-Pay-Gap”-Tag (18.03.) gewährten sie einen Nachlass von 160 Euro auf ein Jahresticket – allerdings nur für Frauen. Sie wollen damit auf die 21% weniger Gehalt aufmerksam machen, die Frauen angeblich weniger als Männer bekommen (was allerdings falsch ist):

Wir alle hören davon, dass Frauen in Deutschland 21 Prozent weniger verdienen. Wir wollen mit dieser Aktion konkret zeigen, wie es sich anfühlt.

https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/bvg-gibt-frauen-heute-160-euro-rabatt

Ich würde ja sagen, dass diese Aktion mehr was mit Diskriminierung von Männern zu tun hat. Aber geschenkt. Frauen konnten an diesem Tag überings auch 21% günstiger eine Tageskarte kaufen. Aber es gibt noch eine Chance für Männer:

Auch wer sich für eine Frau hält, bekommt das Ticket

https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/bvg-gibt-frauen-heute-160-euro-rabatt

Das ist dann wieder das Gute an dem ganzen Gender-Blödsinn: Ich muss nur sagen, dass ich mich wie eine Frau fühle, dann geht es schon wieder. Und wenn mir das jemand absprechen will, dann rufe ich einfach “Diskriminierung”!

Aber zurück zum Thema: Es gibt überings auch Bereiche, in denen Frauen mehr verdienen als Männer. Zum Beispiel im Polizeivollzugs-/Kriminaldienst/ Gerichts-/Justizvollzug bekommen sie durchschnittlich 9% mehr als ihre männlichen Kollegen. Über diesen Umstand habe ich noch keine Beschwerden gehört!

Diese 21% sind auch ein gutes Beispiel für falsche Zahlen, die sich hartnäckig in der öffentlichen Debatte halten. Zig Mal wurde schon darauf hingewiesen, dass diese Zahl falsch ist, bzw. nichts aussagt und trotzdem wird sie immer weiter verwendet. Also nochmal zum Mitschreiben: Die 21% sind der unbereinigte Gender-Pay-Gap. Dort werden die Durchschnittsgehälter von Männer und Frauen miteinander verglichen – egal ob sie Teilzeit oder Vollzeit arbeiten und egal welchen Beruf sie ausüben. Diese Zahl sagt also so ziemlich gar nichts aus. Dann gibt es noch den bereinigten Gender-Pay-Gap. Dort fließen die Arbeitszeiten, Berufe etc. mit ein. Der bereinigte Wert ist ca. 6%, variierte aber sehr stark je nach Berufsgruppe (siehe auch Link vom letzten Absatz). Wenn man schon rumjammern möchte, dann bitte mit diesem Wert.

Das Fazit ist nun, dass alles nicht so einfach ist, wie es sich die Vorkämpfer für Gleichheit vorstellen. Die Realität ist nun mal komplexer als 21%. Die statistischen Erhebungen sind leider nicht dazu geeignet herauszufinden, warum es Gehaltunterschiede in einem bestimmten Beruf gibt. Da müsste man viel detaillierter hinschauen und mehr Daten der Arbeitnehmer erheben. Den meisten Vorkämpfern ist das aber leider zu kompliziert und so bleiben wir bei den 21% stehen…

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