Buchrezension: Wenn nicht jetzt, wann dann? von Harald Lesch

Harald Lesch

Zehntausende Demonstranten jeden Freitag bei “Fridays for Future” und Stürmung eines Braunkohletagebaus sind nur zwei aktuelle Ereignisse, die den Klimawandel in den Fokus der Gesellschaft rücken. Dazu kommt noch der Höhenflug bei den Grünen. 25-27% erreichen sie mittlerweile bei den Umfragen und sind damit nur ganz knapp hinter der CDU, auch wenn sie ein paar Probleme mit ihrer Glaubwürdigkeit haben. Genau dieses Thema greift das Buch von Harald Lesch “Wenn nicht jetzt, wann dann?: Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen“* auf oder auch besser gesagt, er hat dieses Buch geschrieben bevor der Hype begonnen hat. Und auch in vielen Vorträgen und Senden davor hat er das Thema schon aufgegriffen.

Das Buch ist also aktueller den je und ist eine eindrückliche Aufforderung endlich etwas zu ändern. Zum Einen also ein Appell an unsere Politiker sowohl national als auch international sich für mehr Klimaschutz einzusetzen und konkrete Schritte zu unternehmen. Es macht aber auch deutlich, dass jeder einzelne eine Verantwortung hat. Man kann sich nicht einfach auf die Politik verlassen und zurücklehnen. Harald Lesch tritt dafür ein, dass sich jeder seiner Verantwortung bewusst ist und gemäß dessen seine konkreten Handlungen anpasst.

Das für mich eindrücklichste Kapitel trägt den Titel “Irren – Bedingung für eine menschliche Zukunft”. Er plädiert dafür, dass wir etwas neues ausprobieren sollen um den Klimawandel aufzuhalten, auch wenn wir nicht wissen ob es funktionieren wird. Er plädiert hier auch für eine neue Fehlerkultur. Das selbst wenn man Fehler macht, dies kein Beinbruch ist, sondern man daraus lernen kann. Ich finde dies sollte nicht nur für die Klimafrage, sondern auch für alle anderen Themen gelten. Zu lange wird doch normalerweise an einem Fehler festgehalten, nur damit man das Gesicht nicht verliert. Und wenn dann mal ein Politiker einen Fehler zugibt, dann ist das schon fast sein politisches Ende. Dies sollte sich ändern.

Neben solchen mehr prinzipiellen Sachen, enthält das Buch auch viele Anregungen, was man im täglichen Leben verändern kann und schafft ein Bewusstsein für die Konsequenzen des eigenen Handelns. Der Untertitel des Buches fasst dies gut zusammen: “Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen.”. Jeder ist aufgefordert so zu handeln, dass die Welt auch für unsere Kinder und Enkel noch lebenswert ist. Wenn gleich sich bei mir schon etwas das Gefühl der Machtlosigkeit breit macht, da die Probleme so groß sind. Letztlich bedeutet der Klimawandel aber, dass sich etwas ändern wird. Entweder wird halten ihn nicht auf, dann müssen wir (ja auch wir in Europa) mit den Konsequenzen leben. Oder wir ändern unsere Lebensgewohnheiten so, dass er noch aufgehalten wird, dann heißt das aber, dass wir auch verzichten müssen. So oder so wird sich etwas ändern, es liegt aber an uns, wie wir es gestalten. Dies ist wohl der wertvollste Gedanke, den ich aus dem Buch mitgenommen habe.

In diesem Sinne: Wenn nicht jetzt, wann dann?

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