5 Gründe warum die CDU auch bei der nächsten Wahl verlieren wird

Merkel und die CDU

Der Abwärtstrend der CDU hat auch bei der letzten Wahl weiter angehalten. Er fällt zwar nicht so dramatisch aus wie bei der SPD. Aber die ehemalige Volkspartei schrumpft immer weiter. In diesem Artikel möchte ich euch 5 Gründe aufzeigen, warum die CDU auch bei der nächsten Wahl wieder Stimmen verlieren wird. Es gibt wahrscheinlich noch einige Gründe mehr, aber für mich sind dies die entscheidenden Gründe.

Die CDU hat in der Vergangenheit zu viele ihrer Grundwerte verraten

Stammwähler schätzen, wenn eine Partei eine gewisse Kontinuität bei ihren Werten und zentralen Anliegen hat. Es geht hier nicht darum, sich nicht bei neuen Herausforderungen anzupassen, sondern Werte und Themen zu haben, für die sie stehen. Unter der Führung von Angela Merkel hat die CDU einen Linksruck vollzogen, was zwar kurzfristig dafür gesorgt hat, dass sie einige Wahlen recht komfortabel gewinnen konnte, aber sich mittelfristig rächt. Viele der Kernwählerschaft sind zur AfD abgewandert. Andere, die eher links eingestellt sind und denen Klimaschutz wichtiger geworden ist, sind zu den Grünen gewechselt. So hat die CDU an zwei Seiten verloren.

Ehemals stand die CDU noch für christliche Werte, Marktwirtschaft und intelligenten Konservatismus. Heute hat man mehr das Gefühl, dass sie nur zu bereitwillig ihre Grundsätze aufgibt, um an der Macht zu bleiben. Ein gutes Beispiel sind dabei die Entwicklungen um Gender-Mainstream. Eigentlich ein klassisches links-grünes Thema, welches sich weder mit dem christlichen Menschenbild, noch mit konservativen Ansichten vereinbaren lässt. Trotzdem konnte sich diese Ideologie unter der CDU-Regierung weiter ausbreiten. Dies ist nur ein Beispiel von vielen.

Die CDU hat das Image einer Partei der Alten und der Wirtschaft

Die Wahlergebnisse bei der jungen Bevölkerung sprechen Bände. Nur 13% der unter 30-jährigen haben die CDU bei der letzten Europawahl gewählt (Grüne 33%, SPD 10%, AfD 8%). Bei der gleichzeitig stattfindenden Jugendwahl sah das Ergebnis für die CDU noch schlechter aus. Nur bei den über 60-jährigen ist die CDU klar vorne. Dies müsste der CDU eigentlich nachhaltig Kopfzerbrechen bereiten. Dieses Wahlergebnis ist auch der Ausdruck für das Image welches der Partei anhaftet. Die Partei wird von relativ alten Politikern bestimmt, die gefühlt schon ewig in der Politik aktiv sind.

Auch die Nähe der CDU zur Wirtschaft und die engen Verflechtungen ihrer Spitzenpolitikern zu Unternehmen, kommen bei der Wählerschaft immer schlechter an. So werden Gesetze die Rücksicht auf die Wirtschaft nehmen, immer zum Nachteil der CDU ausgelegt, selbst wenn diese Rücksichtnahme zum Beispiel Arbeitsplätze sichert. Die linke Öffentlichkeit hat es mittlerweile geschafft, dass Unternehmen und besonders großen Konzernen, großes Misstrauen entgegen gebracht wird. Durch die Nähe der CDU zu diesen Konzernen, färbt dies auch auf die CDU ab.

Die CDU hat keine Führungsfigur die für einen Neuanfang steht

Im Prinzip macht die CDU den gleichen Fehler wie die SPD: Ein angeblicher Neuanfang wird mit Personen durchgeführt, die für die aktuelle Situation verantwortlich sind. Die Menschen durchschauen aber zunehmend, dass der Neuanfang nur gestellt ist und sich im Prinzip wenig ändert. Andrea Nahles war seit 1997 Mitglied des Parteivorstands der SPD. Wie soll sie einen Neuanfang verkörpern? Ähnlich sieht es bei der CDU aus. Annegret Kramp-Karrenbauer ist zwar erst seit 2010 im Parteipräsidium, war aber schon 1998 als Abgeordnete im Bundestag aktiv. Mit ihren möglichen Nachfolgern, die sich im Hintergrund in Stellung bringen, sieht es ähnlich aus.

Annegret Kramp-Karrenbauer
Von CDU – Diese Datei wurde Wikimedia Commons freundlicherweise von der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen eines Kooperationsprojektes zur Verfügung gestellt., CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30225973

Die CDU bräuchte den Mut für eine Persönlichkeit, die unbelastet von den Fehlern der Vergangenheit die Union reformieren kann. Das Wählerpotential ist durchaus vorhanden. Wer eine konservative Politik möchte, die die Energiewende konsequent angeht und die Digitalisierung gestaltet, der hat zur Zeit keine Partei, die er wählen kann. Diese Führungspersönlichkeit müsste unabhängig von wirtschaftlichen Verbänden und der Ära Merkel sein. Und sie dürfte nicht aus dem aktuellen Machtzirkel von Merkel und AKK stammen.

Nur es deutet nichts darauf hin, dass die CDU diesen Schritt wagen wird. Die Frage dreht sich immer nur darum, ob jemand aus dem linken oder konservativen Parteiflügel die Macht übernimmt. Dahinter steht die Frage, ob es eine Fortsetzung der Linie von Merkel oder eine Rückbesinnung auf die alte CDU geben soll. Ein richtiger Neuanfang steht nicht zur Debatte. Und ich denke, dieser wird erst einsetzen, wenn es zu spät ist.

Die CDU hat in den wichtigen Politikfeldern keine kompetenten Führungskräfte

Noch schlimmer aber ist, dass die CDU in den wichtigen Politikfeldern keine glaubwürdigen und Kompetenz ausstrahlenden Führungskräfte hat. Nach einer Umfrage rangiert der Klimawandel auf Platz drei der wichtigsten politischen Themen. Auch die Digitalisierung und der Wandel der Mobilität landen auf den vorderen Plätzen. Noch weit vor Zuwanderung, Sicherung von Arbeitsplätzen und innerer Sicherheit. Das Problem ist nun also, dass Kernthemen der CDU zur Zeit nicht mehr die Relevanz für die Bevölkerung haben, die sie noch vor einigen Jahren hatten und die Politiker, die die im Moment die wichtigen Themen vertreten, nicht durch Kompetenz und qualifizierte Aussagen aufgefallen sind.

Als Beispiel wäre hier Axel Voss mit der Urheberrechtsreform zu nennen. Seine unsäglichen Kommentare und Ausführungen dazu sind schon legendär. Insgesamt wird die Digitalisierung von der CDU komplett verschlafen. Und ich meine hier nicht, dass sie keine CDU-Influencer auf youtube haben, sondern sie vermitteln nicht den Eindruck, dass sie kompetente Leute für diese Themen haben. Dabei bin ich überzeugt, dass es diese Leute in der CDU gibt. Nur schaffen sie es offensichtlich nicht in die Führungsriegen und können ihre Meinung parteiintern nicht durchsetzen.

Axel Voss
Von Martin Kraft, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73571511

Auch bei den sozialen Fragen, dazu gehören steigende Mieten, der Niedriglohnsektor und die Einkommensverteilung, ist die CDU nicht gut aufgestellt. Diese Themen betreffen zwar nicht unbedingt die Kernwählerschaft der CDU, aber trotzdem lassen sie hier gute und umsetzbare Vorschläge vermissen.

The trend is your friend

oder eben auch nicht. Die CDU ist, wie die SPD, in einen Abwärtstrend geraten. Jeder erwartet, dass sie bei der nächsten Wahl noch mehr vom Wähler abgestraft werden. Dies ist wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Nur ein deutlicher Sieg bei den Wahlen im Herbst könnte diesen Trend durchbrechen. Im Moment deutet aber nichts darauf hin, dass dies gelingen kann.

Fazit

Vieles spricht dafür, dass die CDU auch in den nächsten Wahlen wieder an Stimmen verlieren wird. Aber noch ist Zeit umzusteueren. Dies erfordert aber radikale Schritte:

  • Rückbesinnung auf die alten Werte der Union und bekennen der Fehler der vergangenen Jahre
  • Inhaltliche Neuausrichtung (Stichwort Werteunion) und besetzen von aktuellen Themenfeldern
  • Radikaler Neuanfang bei den Führungspolitikern in der Partei
  • Besetzung von Posten durch kompetente Politiker (Experten) und nicht nach Proporz
  • Ernst nehmen der Anliegen der jungen Generation

Noch befindet sich die CDU nicht in einer so desolaten Situation wie die SPD. Sie steuert aber direkt darauf zu.

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