2019 – Was bleibt?

2019

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Zeit mal zurückzuschauen. Da es aber dieser Tage sehr viele Jahresrückblicke gibt, möchte ich hier gar nicht so detailliert durch das Jahr gehen, sondern mehr aus meiner Sicht den Blick auf die Dinge lenken, die von diesem Jahr wohl bleiben und uns auch noch 2020 beschäftigen werden. Wer einen etwas ausführlicheren Rückblick sucht, den kann ich das nachfolgende Video empfehlen:

Das Klima wird zur Krise

In eigentlich keiner Rückschau darf das Wort “Klimakrise” fehlen. Die Rettung des Klimas vor den Menschen war das beherrschende Thema in diesem Jahr. Auch wenn der Personenkult um Greta Thunberg viele schon gewaltig auf die Nerven geht, ist hier noch kein Ende in Sicht. Greta hält ein Schild hoch, Greta fährt Boot, Greta hat Angst, Greta fährt Bahn usw. Es ist auch viel einfacher über eine Person zu berichten, als ein komplexes Thema so aufzubereiten, dass die Bevölkerung halbwegs informiert darüber diskutieren kann. Statt Sachinformation geht es um Greta (Schlagzeile tagesschau.de “Zweiwöchige Atlantikreise: Thunberg in New York angekommen”) und schwänzende Schüler, statt einer sachlichen Analyse der Situation versucht Deutschland wieder einmal die Welt zu retten.

Die Auswirkungen der Hysterie werden uns noch Jahrzehnte verfolgen: Kohleausstieg, Umstrukturierung der Automobilindustrie, Gesetze zur Energieeinsparung, CO2-Preis, Verteuerung der Mobilität – all dies wird 2020 und in den Jahren danach so richtig durchschlagen. Ganz zu schweigen von den Folgen, wenn die Grünen wirklich in der nächsten Bundesregierung vertreten sind (im Moment würde es für Schwarz-Grün reichen). Offen bleibt, ob die Bevölkerung immer noch für Klimaschutz ist, wenn ein nachvollziehbarer Preis daran hängt?

Die “Medien” verlieren zunehmend die Bodenhaftung

Eines zeigt der ganze Hype um die Klimakrise: Die Medien sind zunehmend in einer Krise. Nicht weil die Auflagezahlen zurückgehen, sondern weil die etablierten Medien es immer weniger schaffen sachlich und nüchtern zu berichten. Man hat immer öfter das Gefühl, dass man einen Artikel der Bildzeitung liest, obwohl man gerade auf spiegel.de oder zeit-online unterwegs ist. Zugegeben, die Sätze sind etwas länger, aber die Effekthascherei ist dieselbe. Von rechten und linken Propagandablättern und -internetseiten erwartet man ja nichts anderes, zunehmend sind aber auch ehemals seriöse Medien in den Populismus abgeglitten.

Möchte man zum Beispiel wissen, wie viel CO2 durch ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen eingespart werden kann, ist man bei zeit-online auf der falschen Seite. Dort kommen die Grünen und neuerdings die SPD mit ihrer Forderung zwar zu Wort und werden in ein gutes Licht gestellt, aber man erfährt nichts über den Effekt einer solchen Maßnahme. Sie ist, so der Tenor der Artikel, für die Rettung des Klimas unbedingt notwendig und jeder der dagegen ist, ist auf der falschen Seite. Der BR ist hier etwas besser unterwegs:

durch ein Tempolimit von 130 km/h [würden] also zwischen 0,14 und 0,20 Prozent der deutschen CO2-Emissionen eingespart

https://www.br.de/nachrichten/wissen/faktenfuchs-was-bringt-ein-autobahn-tempolimit-fuer-die-umwelt,RGdL00H

Ja ihr habt richtig gelesen: 0,2%. Wenn man nur den Verkehr betrachtet, dann wäre es eine Einsparung von 1,6%. Wenn man jetzt die Einsparung im Vergleich zur Medienpräsenz setzt, wird man schnell feststellen, dass hier einige wohl über das Ziel hinaus schießen.

Dieses Beispiel steht exemplarisch für eine Entwicklung der Medienlandschaft, die uns auch in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird. Ein Großteil der Medien haben sich von dem Anspruch einer objektiven Berichterstattung verabschiedet und betreiben eine gesinnungsgetriebene Berichterstattung. Dies führt zu einer Verschiebung hin zu den politischen Rändern. Ob links oder rechts, jeder hat seine Medien und seine Wahrheit. Die Mitte steht staunend da und fragt sich, was wohl das geringere Übel ist.

Vor der letzten Wahl in den USA haben wir dieses Schauspiel noch mit Verwunderung vom Seitenrand beobachtet: FOX News gegen CNN. Rechte fake news gegen linke fake news. Längst hat es jegliches politisches Klima in den USA vergiftet. Einigkeit besteht zwischen den Lagern nur noch, wenn es gegen Russland geht. Was uns auch direkt zur nächsten Sache führt, die uns über 2019 hinaus beschäftigen wird.

Die Kriege des US-Präsidenten Trump

Wie fast jeder andere Präsident in der Geschichte der USA ist auch Donald Trump an kriegerischen Auseinandersetzungen beteiligt. Die Drohnenmorde seines Vorgängers Obama wurden fortgesetzt und illegale Tötungen auf fremden Staatsgebiet auch. Daneben hat er auch mit diversen Staaten einen Handelskrieg begonnen: China, Russland, Frankreich und Deutschland sind nur eine kleine Auswahl. Manche Länder haben recht schnell klein bei gegeben, andere Länder widersetzen sich ihm noch. Die ganzen Auseinandersetzungen mit Zöllen haben schon Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und sie werden nächstes Jahr noch größerer Auswirkungen auf Deutschland haben.

Trump möchte unbedingt, dass Deutschland und Europa teures Fraking-Gas aus den USA kaufen. Wenn er sich damit durchsetzt, wird dies automatisch zu höheren Energiepreisen für die Verbraucher führen. Als Alternative steht ein langer Handelskrieg im Raum, bei dem es nur Verlierer geben wird. Insgesamt werden sich die Aktivitäten des US-Präsidenten negativ auf die Exportwirtschaft Deutschlands auswirken und wohl Deutschland nächstes Jahr in schwieriges Fahrwasser kommen lassen.

Alternative Investments gewinnen weiter an Boden

Spätestens in diesem Jahr haben alternative Investmentformen an Fahrt aufgenommen. Seien es p2p-Kredite, crowdfunding von Immobilien oder der Klassiker unter den alternativen Investments, ETFs, sie alle haben einen Aufschwung erfahren. Es bleibt aber auch die Erkenntnis, dass keine dieser Alternativen risikolos ist. Diese Erkenntnis oder besser Gewissheit kann man auch mit ins Jahr 2020 nehmen. Die sich abzeichnende Rezension wird die Geschäftsmodelle der verschiedenen Anbieter auf die Probe stellen. Vielleicht kommt die erste richtige Krise, in der sich die p2p-Kredite behaupten müssen. Es ist nicht gesagt, dass sie schlechter Abschneiden als ihre etablierten Konkurrenten, man weiß es eben halt noch nicht.

Auch eine sich abzeichnende Regulierung dieser neuen Märkte wird kommen. Weitere schon beschlossene Gesetze und Vorhaben werfen ihre Schatten voraus. Jüngst wurde der registrierungsfreie Kauf von Gold auf 2.000€ gesenkt (gilt ab 01.01.2020). Und auch die Finanztransaktionssteuer von Olaf Scholz zielt eher auf die normalen Sparer, als auf die Spekulanten an der Börse.

Persönliches Fazit

Persönlich blicke ich voll Dankbarkeit auf das letzte Jahr zurück. Durch unseren Familiezuwachs hat sich unendlich viel geändert und ich konnte bei weitem nicht alle Projekt verwirklichen, die ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Aber um nichts auf der Welt würde ich die Zeit mit ihm missen wollen. Besonders die beiden Elternzeiten waren sehr schön und bleiben in guter Erinnerung.

Finanziell konnte ich neue Anlageformen ausprobieren. Besonders meine Investments bei Exporo und reinvest24 möchte ich hier hervorheben. Auf meinem Blog konnte ich leider nicht die Anzahl an Beiträgen erreichen, die ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Er hat sich aber trotzdem positiv entwickelt.

Insgesamt schaue ich voller Zuversicht und Optimismus ins kommende Jahr. Ich möchte auf jeden Fall mein Buch fertigstellen und (mindestens) eine neue Programmiersprache lernen (Kotlin und Go stehen im Moment zur Auswahl, weitere Ideen???). Im Bereich meiner Selbstständigkeit möchte ich zwei Softwareprojekte vorantreiben und mindestens eines davon releasen (mehr davon zu gegebener Zeit).

Ein kleiner Ausblick

Ich denke, 2020 wird auf mehreren Ebenen ein spannendes Jahr. Die sich abkühlende Konjunktur, der Aufstieg der Rechtspopulisten, der verstärkte Zuspruch von linken und grünen Ermächtigungsfantasien und der Klimawandel werden das Jahr bestimmen. Ich bin sehr gespannt wie sich alles weiter entwickelt. Vielleicht wäre es auch Zeit sich über einen Plan B und ein Ausweichland Gedanken zu machen?

Was sind eure Erwartungen an das neue Jahr? Hinterlasst doch einfach einen Kommentar dazu.

Bis dahin wünsche ich euch einen guten Jahresabschluss und einen guten Start ins neue Jahr!

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